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| 13:38 Uhr

Tourismus
Ein klarer Sieger und keine Verlierer in der Oberlausitz

Mit dem neu gestalteten Mönchskirchenareal hat Bautzen seit dem letzten Jahr eine weitere Attraktion. Ob es bei den Übernachtungszahlen hilft?
Mit dem neu gestalteten Mönchskirchenareal hat Bautzen seit dem letzten Jahr eine weitere Attraktion. Ob es bei den Übernachtungszahlen hilft? FOTO: Uwe Menschner
Görlitz/Bautzen. Obwohl Görlitz beim Tourismus weiterhin stärker wächst, sieht sich auch Bautzen auf einem guten Weg. Zudem hat die Statistik ihre Tücken. Von Uwe Menschner

Knapp 95 Prozent der Gäste, die im vorigen Jahr die Oberlausitz besucht haben, stammten aus Deutschland. Das geht aus der regionalen Tourismusstatistik der Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien hervor. Unter den fünf Prozent ausländischen Gästen stellten Niederländer, Tschechen, Polen, Schweizer und Österreicher die höchsten Anteile.

Unter den Städten und Gemeinden erwiesen sich einmal mehr Görlitz und Bautzen als die Schwergewichte. Der Zuwachs für Görlitz liegt bei den Übernachtungen mit 5,2 Prozent wiederum deutlich über dem von Bautzen (plus drei Prozent). Damit setzt sich der Trend der zurückliegenden Jahre unverändert fort.

Mittlerweile kommt Görlitz auf eine Besucherzahl, die um annähernd zwei Drittel über der von Bautzen liegt (etwa 296 500 im Vergleich zu 178 000). 2010 lagen beide Städte mit knapp 160 000 Übernachtungen noch fast gleichauf. Seitdem hat sich der Görlitzer Wert nahezu verdoppelt, während er in Bautzen gerade einmal um zehn Prozent gestiegen ist.

Michaela Franz, Tourismusverantwortliche der Stadt Bautzen, misst dieser Statistik allerdings nur eine begrenzte Aussagekraft zu: „Leider bilden diese Zahlen nicht den gesamten Markt ab. In der Statistik werden nur Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Betten aufgeführt. Ferienwohnungen, Ferienhäuser und kleinere Pensionen bleiben unberücksichtigt.“ Doch gerade letztere seien bei Individualtouristen besonders gefragt, die das Gros der Bautzen-Besucher ausmachten.  „Besonders die individuellen Unterkünfte in zentraler Lage kommen bei den Touristen gut an. Leider liegen uns dazu keine Übernachtungszahlen vor“, so Michaela Franz.

Generell sieht sie 2017 als gutes Jahr für den Bautzener Tourismus an: „Die durchschnittliche Verweildauer hat sich bei 2,4 Tagen stabilisiert, nachdem sie bis 2012 niedriger lag. Das liegt auch daran, dass wir Bautzen nicht nur als Stadt bewerben, sondern auch das Umland einbinden. So verweisen wir zum Beispiel auf das gut ausgebaute Radwegenetz und vielfältige Ausflugsmöglichkeiten in der gesamten Oberlausitz.“

Die Bautzener Unterkünfte sind besonders im Sommer sehr gefragt. Ab Ostern steigen die Übernachtungszahlen deutlich an – im Juni, Juli und August erreichen sie ihren Höhepunkt. Die positiven Zahlen führt Michaela Franz auch auf einen generellen Trend zurück: „Viele Urlauber stehen Auslandsreisen derzeit skeptisch gegenüber. Deshalb erfreut sich Deutschland als Reiseziel gerade großer Beliebtheit. Davon profitiert auch Bautzen.“

Auf Rang drei der wichtigsten Tourismus-Destinationen folgt im Übrigen nicht etwa Zittau, sondern das nahe gelegene Großschönau. Auf dem Territorium der Gemeinde liegen unter anderem das Wintersportzentrum Lausche und viele beliebte Kammwege des Zittauer Gebirges. Weiter folgen Pulsnitz (in erster Linie ein Effekt der ansässigen Kurkliniken) und Jonsdorf.