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| 02:45 Uhr

Torwächterhaus wird neue Tourist-Info

Diese Dachbalken sind Beispiele für die negativen Überraschungen, die die Bauleute vorfanden und die die Kosten nach oben treiben,
Diese Dachbalken sind Beispiele für die negativen Überraschungen, die die Bauleute vorfanden und die die Kosten nach oben treiben, FOTO: Nitsche
Bad Muskau. Für die neue barrierefreie Tourist-Information in Bad Muskau ist jetzt Richtfest gefeiert worden. Bis zum ersten Advent soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Gabi Nitsche

Die Tourist GmbH lässt eins der ältesten Häuser in der Stadt sanieren und umbauen. Es befindet sich am Parkeingang an der Kirchstraße und ist das einstige Torwächterhaus. Geschäftsführer Dirk Eidtner nimmt an, dass das Gebäude um die 200 Jahre alt ist.

Die Rauh-Damm-Stiller-Partner Planungsgesellschaft aus Weißwasser plant und begleitet das Projekt. Chef Roland Ladusch erwähnt die vielen "Überraschungen", die die Bauleute beim Reingucken in das Dachgebälk und Trägerwerk vorfanden. "Damit hatte niemand wirklich gerechnet. Mit jedem Balken, den wir freigelegt haben, wurde es ‚schöner'", so Ladusch und beschreibt die Situation so: "Zu 80 Prozent fanden sich morsche, verrottete, verfaulte und mit Schädlingen versehene Deckenbalken." Nun muss alles komplett ausgewechselt werden, was so nicht vorgesehen war. Der Auftrag sei eine lohnenswerte Herausforderung. Denn: "Das Ursprüngliche war komplett versaut, überall war angebaut worden. Hier noch eine Treppe, da noch eine, hier noch eine Garage, da noch ein Vordach." Da der Gebäudeteil unmittelbar mit einem Wohnhaus verbunden ist, mache es die Sache nicht einfacher. "Wir mussten bei der Entkernung höllisch aufpassen, damit wir nicht zu viel ab- und einreißen." Und das brauchte seine Zeit, Ladusch spricht von insgesamt etwa sechs Wochen. Jetzt werde der Unterbeton gemacht, darauf der Fußboden.

Wenn das Haus fertig saniert ist, soll es dem ursprünglichen Aussehen gleich sein. "Wir wollen es wieder herstellen wie früher. Und dazu gehören auch drei Gauben und die Fassade, wie wir sie auf einem Foto aus den 1930er-Jahren vorfanden", zählt der Planer auf. Dirk Eidtner spricht von Gesamtkosten von über einer halben Million Euro. Wegen der entstandenen Mehrkosten müsse er noch einmal mit der Förderstelle sprechen. Denn die Tourist GmbH hatte das große Glück, vor zwei Jahren über ein deutsch-tschechisches EU-Programm berücksichtigt zu werden - das gemeinsam mit der Stadt Doksy. "Nur so konnten wir das Haus erwerben, sanieren und umbauen. Wenn wir im Winter hier einziehen, dann gibt es endlich einen barrierefreien Zugang, eine öffentliche Toilette und so weiter", freut sich Eidtner. Der Eigenanteil an dem Vorhaben beträgt 15 Prozent.