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| 02:50 Uhr

Tom – Gefangener einer tückischen Krankheit

Yvonne Teschner kümmert sich rund um die Uhr liebevoll um ihren Sohn Tom. Derzeit sind seine Augen von einer schweren Entzündung befallen. Foto: hil
Yvonne Teschner kümmert sich rund um die Uhr liebevoll um ihren Sohn Tom. Derzeit sind seine Augen von einer schweren Entzündung befallen. Foto: hil FOTO: hil
Peitz. Tom ist ein lebenslustiger kleiner Kerl. Nichts würde er lieber tun, als mit seinen Freunden auf den Peitzer Wiesen zu toben oder die Familienkatze im Arm zu halten. Doch wegen einer schweren Erbkrankheit muss Tom auf all das verzichten. Seine Mutter Yvonne leidet mit ihm. Andrea Hilscher

Ein kleines Häuschen, ein netter Garten, alles penibel gepflegt. "Hier müssen glückliche Menschen leben", mögen Passanten denken. Vor allem, wenn sie das leicht verblichene "Herzlich willkommen"-Schild über dem Eingang entdecken. Doch Glück ist Mangelware im Leben von Familie Teschner. Zwei von drei Kindern leiden an einer seltenen Erbkrankheit. Bei dem kleinen Tom (9) sind bereits schwere körperliche Schäden aufgetreten. Bei einer Größe von 1,10 Metern wiegt der Neunjährige nur noch 16 Kilo. "Wir wussten nicht, dass unsere Kinder in dieser Gefahr schweben", erinnert sich Mutter Yvonne Teschner. Zwar war ein Verwandter schon jung gestorben, doch damals hieß die Diagnose Tuberkulose.

Als Tom im Alter von fünf Jahren immer schwächer wurde und unter häufigen Infektionen zu leiden begann, kam er ins Cottbuser Thiemklinikum. Trotz intensiver Untersuchungen kamen die Ärzte dort der Ursache seiner Beschwerden nicht auf die Spur.

Erst in der Berliner Charité fanden die Ärzte den Grund für Toms Beschwerden: eine seltene Erbkrankheit, die ihn besonders anfällig für Pilz- und Bakterienbefall macht.

Nach monatelangen Klinikaufenthalten und unzähligen schweren Operationen bekam Tom schließlich eine Knochenmarktransplantation. "Leider hat sie nicht so geholfen, wie wir uns das gewünscht hätten", sagt Yvonne Teschner. Eine schwere Muskelentzündung und die Entfernung von großen Teilen seines Darms machten Tom schwer zu schaffen. Er wurde ins künstliche Koma versetzt, musste beatmet werden. Bis heute hat Tom einen offenen Zugang zur Luftröhre und bekommt nur schwer Luft.

Selbstständig gehen kann er kaum noch, bei kleinen Ausflügen ist er auf den Rollstuhl angewiesen. "Aber raus dürfen wir eigentlich sowieso kaum", erzählt Yvonne Teschner. Zu viele Keime könnten seinen Körper belasten. Selbst den Besuch der Cottbuser Bauhausschule musste Tom aufgeben. Die Lehrer unterrichten ihn jetzt zu Hause.

Im Garten haben Teschners alle Pflanzen entfernt, den Kompost abgeschafft, und die Hauskatze wurde ins Freie verbannt. Der älteste Sohn der Familie hilft, wo er kann. Trotzdem ist Yvonne Tesch ner mit ihrer Kraft am Ende. Längst musste sie ihre Büroarbeit aufgeben, um ihren Sohn im Krankenhaus zu betreuen. Bis heute muss sie alle 14 Tage mit ihm nach Berlin - und sogar das Spritgeld wird zur finanziellen Belastung.

Ein weiterer Sohn, den Yvonne Teschner in der Zwischenzeit zur Welt gebracht hat, geht inzwischen in den Kindergarten. Auch er trägt die Krankheit in sich. Noch aber ist sie nicht zum Ausbruch gekommen. "So kann ich mich ganz Tom widmen", sagt die leidenschaftliche Mutter.

"Den ganzen Tag in seinen vier Wänden eingesperrt zu sein, ist unglaublich anstrengend." Sie muss ihren Sohn beschäftigen, ihn durch die Zimmer tragen, seine Atemwege frei halten, Spezialnahrung zubereiten, mit ihm Kräftigungsübungen machen.

Ihr Mann steht ihr mit ganzer Kraft zur Seite. Doch als Alleinverdiener im Schichtdienst muss er eine fünfköpfige Familie ernähren. Die finanziellen Reserven der Teschners sind längst aufgebraucht, alle Konten stehen im Minus. "Wenn dann mal wieder eine neue Infektion Toms kleinen Körper angreift, dann wissen wir bald nicht mehr weiter", sagt Yvonne Teschner.

Weitermachen aber muss sie. - für Tom, für ihre anderen Söhne, für die Familie.

Der Lausitzer Spendenverein "Wir helfen!" setzt sich für Familie Teschner ein. Wenn auch Sie die Familie unterstützen wollen, können Sie unter folgender Kontonummer spenden: Lausitzer Spendenverein "Wir helfen! e.V."

Sparkasse Spree-Neiße, BLZ 180 500 00, Kto 33 0211 8200. Stichwort "Tom"