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Töpfereien öffnen ihre Werkstätten

Udo und Kurt Hirche haben schon vor Tagen ihren Holzbrandofen bestückt. Das Ergebnis ist am Wochenende zu sehen.
Udo und Kurt Hirche haben schon vor Tagen ihren Holzbrandofen bestückt. Das Ergebnis ist am Wochenende zu sehen. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Krauschwitz. Wie schwer es ist, irdene Gegenstände herzustellen, davon können sich Besucher an diesem Wochenende überzeugen. Denn die hiesigen Töpfereien halten sowohl am Sonnabend als auch am Sonntag die Türen ihrer Werkstätten weit offen. Anlass ist der deutschlandweite Tag der offenen Töpfereien. Gabi Nitsche

Mit eigenen Augen zu verfolgen, wie aus einem Klumpen Ton Vasen, Schalen, Krüge, Töpfe und weitere Zier- und Gebrauchsgegenstände entstehen, ist spannend. Davon ist zum Beispiel Töpfermeister Udo Hirche in Sagar überzeugt. Er lädt deshalb herzlich in seine Werkstatt ein. Beim Rundgang können die Besucher Udo und Sohn Kurt sowie Petra Buuk bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und staunen. Schon, wenn der Besucher sieht, wie der Töpfer lange Zeit aufrecht auf seinem Hocker sitzt, vor sich die Drehscheibe und ständig mit ausgestreckten Händen den Ton formt. "Wer an der Scheibe sitzt, muss multitaskingfähig sein, also mehrere Dinge auf einmal machen können. Denn je schneller sich die Scheibe dreht, desto höher die Fliehkräfte. Vorsicht ist also geboten" hat Udo Hirche das mal gegenüber der RUNDSCHAU erklärt.

Wer den Weg am Sonnabend oder Sonntag nach Sagar findet, kann gern seine Kinder mitbringen. "Wir töpfern auch wieder mit den Mädchen und Jungen. Wer mitmachen will, sollte nicht die besten Sachen anhaben", rät der Sagarer augenzwinkernd.

In Krauschwitz freut sich Töpfermeisterin Kathrin Najorka auf interessierte Besucher. Seit Tagen bereitet auch sie die Werkstatt für den großen Andrang vor. "Ich habe schon Etliches vorgedreht", berichtet sie. Kinder können am Sonnabend und Sonntag mit Ton basteln. "Erwachsene mit Mut können sich gern an der Drehscheibe ausprobieren." Wer Interesse hat, diejenigen führt Kathrin Najorka durch die Werkstatt, zeigt die verschiedenen Brennöfen und erklärt ihr Handwerk.

In Horka beteiligt sich Ines Herack an der bundesweiten Aktion. Sie gehört zu den insgesamt 68 Töpfereien in Sachsen und 600 in der gesamten Republik.

Das Handwerk hautnah erleben, das ist auch in Trebus auf dem Töpferhof Meißner möglich. Günter Meißner lädt ein, sich nicht nur die Werkstatt anzuschauen, sondern sich selbst "mit der Materie Ton, im wahrsten Sinne des Wortes, zu befassen".

Weit offen ist an diesem Wochenende auch die Tür von der Töpferei im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, wo Gordon Gran seine Handwerkskunst präsentiert.

Die Töpfereien öffnen am Sonnabend und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr ihre Werkstätten. Der Eintritt ist frei.