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Tino Chrupalla siegt in 36 Kommunen

Gablenz. Um 4 Uhr war Tino Chrupalla am Montag im Bett. "Wir machen Wahlkampf seit Februar, ich komme mit wenig Schlaf aus", so der künftige Bundestagsabgeordnete. Regina Weiß

In Görlitz hatte er verfolgt, wie sich die Zahlen entwickeln. Erst spät - Weißwasser gab als letzte Kommune die Zahlen im Kreis ab - standen das vorläufige Ergebnis und sein Sieg im WK 157 fest. Der Malermeister sei recht guter Dinge gewesen und hätte gelassen gewartet. Sachsens Generalsekretär der CDU, Michael Kretschmer, weggeputzt zu haben, sei das "Sahnehäubchen" gewesen. Chrupalla nimmt ihm mit 32,4 Prozent das Direktmandat ab.

Für Michael Kretschmer ist dieses Ergebnis eine Zäsur, sagt er der RUNDSCHAU. Er sei guten Mutes gewesen nach den positiven Erfahrungen und persönlichen Begegnungen aus dem Wahlkampf. "Ich habe keinen Plan B gehabt." Nach 24 Stunden sei er noch nicht in der Lage, das Ganze zu bewerten. "Ich suche die Fehler aber zuerst bei mir selbst." Für den 42-Jährigen sollte es die fünfte Legislaturperiode werden. Da er nicht durch die Landesliste abgesichert war, war's das.

1581 Stimmen trennten am Ende beide Männer. Tino Chrupalla fährt in 36 Kommunen (darunter Löbau, Zittau und Weißwasser) den Sieg ein. In Bad Muskau wählen ihn 31,8 Prozent, in Boxberg 31,2, Gablenz 39,1, Groß Düben 36,9, Krauschwitz 38,9, Rietschen 32,3, Schleife 32,2, Trebendorf 37,7 und Weißkeißel 35,8 Prozent.

In 17 Kommunen votieren die meisten Wähler für Kretschmer. Mit 39,5 Prozent holt die CDU das höchste Ergebnis in Ostritz. Oppach ist mit 45,8 Prozent AfD-Hochburg. Die Linken erreichen mit 18,9 Prozent bei den Erststimmen in Rothenburg ihr bestes Ergebnis. Für die SPD gibt es in Thomas Jurks Heimatgemeinde Weißkeißel 29,4 Prozent.

"Der Blick auf die Einzelergebnisse in Bad Muskau, Gablenz oder Schleife macht mich traurig, haben doch sowohl Thomas Jurk, als auch Herr Kretschmer gerade für diese Gemeinden sehr viel geleistet", erklärt SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Baum. "Für Herrn Kretschmer tut es mir sehr leid, das war nicht zu erwarten. So niederschmetternd das Ergebnis für die SPD auch sein mag, wir werden weiterhin mit Herz und Leidenschaft für unsere Überzeugungen einstehen und für unsere Heimatregion, den Landkreis Görlitz, kämpfen. Das ist unsere Verantwortung", so Baum.

Die Wahlbeteiligung lag im Landkreis bei 73,4 Prozent und damit um fünf Punkte höher als 2013.