Die Staatsanwaltschaft Görlitz hat ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch nach dem Autobrand auf dem Privatgrundstück von AfD-Chef Tino Chrupalla in Gablenz eingeleitet. In der Nacht zum Montag ist das Fahrzeug des Bundestagsabgeordneten abgebrannt. Darüber informierte die Polizei. Gegenüber der Rundschau erklärt Kathlen Zink vom Landeskriminalamt Sachsen (LKA), „dass es noch keinen neuen Ermittlungsstand gibt.“

Sie weist ferner darauf hin, dass die Beamten des polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTAZ) in alle Richtungen ermitteln. „Es kann eine politische Motivation für die Tat nicht ausgeschlossen werden“, gibt die Beamtin zu verstehen, „allerdings kann diese bislang keiner Gruppierung zugeordnet werden.“ Die kriminaltechnischen Untersuchungen dauern an.

Polizei sucht Zeugen zu Autobrand bei Chrupalla

Die Ermittler suchen darüber hinaus Zeugen und fragen, wer hat in der Nacht am 1. März gegen 23.20 Uhr in Gablenz Beobachtungen gemacht, Personen oder Fahrzeuge gesehen bzw. andere relevante Informationen zur Verfügung, welche zur Aufklärung des Sachverhaltes beitragen können? Personen mit sachdienlichen Hinweisen melden sich bitte beim LKA unter 0800 855 2055 oder jeder anderen Polizeidienststelle.

Unterdessen haben Politiker aller Couleur den möglichen Brandanschlag verurteilt. Mehrere Mitglieder der AfD und auch einige Medien haben indes bereits Schuldige ausgemacht. AfD-Landtagsabgeordneter Sebastian Wippel etwa spricht von „Vermummten“, die sich auf das Grundstück des Parteichefs geschlichen hätten. „Die Antifa ist eine totalitäre Terror-Gruppe, die eiskalt über Leichen gehen würde“, schreibt er auf Facebook. Auf den Zug auf ist die Bild-Zeitung gesprungen, die von „Linksextremismus“ und einem „Feueranschlag“ berichtet.

Tino Chrupalla nach Autobrand „Ich hatte Angst um meine Familie“

Gablenz

„Über das Tatmotiv kann man erst etwas sagen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind“, unterstreicht Kathlen Zink. Es sei typisch „für unsere Zeit“, vorschnell zu verurteilen, so das LKA.