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| 02:54 Uhr

Tiger kommen nach Cottbus zurück

Cottbus. Der Cottbuser Tierpark erhält ein neues Raubtierhaus. Ab kommendem Sommer soll es als Domizil von zwei bis drei Sumatra-Tigern eröffnet werden. Das eine Million Euro teure Projekt ist die größte Investition der vergangenen Jahre auf der Anlage zwischen Spreeaue und Branitzer Park. Ulrike Elsner

Mit dem Tod von Turan vor sechs Jahren hatte die Ära der Tiger im Cottbuser Tierpark ein vorläufiges Ende gefunden. Doch schon im nächsten Jahr, wenn der Tierpark seinen 40. Geburtstag feiert, soll es wieder Tiger in Cottbus geben - dann aber kein Einzeltier, sondern ein Männchen und ein oder zwei Weibchen. Darüber informiert Tierparkdirektor Dr. Jens Kämmerling. Vor allem aber sollen die Raubtiere in einer Anlage leben, die modernsten Standards entspricht. Im Jahr 2001 ist ein 300 Quadratmeter großer Außenkäfig entstanden, in dem sich drei China-Leoparden zur Freude der Besucher tummeln. Doch am eigentlichen Raubtierhaus sei seit der Eröffnung im Jahr 1968 nichts mehr geschehen, stellt Kämmerling fest. Deshalb habe sich der Tierpark seit dem Jahr 2010 intensiv um Fördermittel bemüht. Mit Erfolg. Für den eine Million Euro teuren Neubau stehen Fördergelder aus dem EU-Förderprogramm Interreg IVa zur Verfügung.

Der Eigenanteil der Stadt beträgt laut Kämmerling 15 Prozent der Investitionssumme. Das geplante Gebäude schließt sich unmittelbar an das alte Raubtierhaus an und und soll sich in seiner niedrigen Form perfekt in die Landschaft einpassen. Geplant sind ein großzügiger Besucherbereich, in dem auch eine ganze Schulklasse Platz findet und wo eine Voliere mit Schönhörnchen sowie ein Aquarium für einen zusätzlichen Blickfang sorgen. Die große Attraktion soll aber ein großer gut einsehbarer Gemeinschaftskäfig für Tiger sein. Geplant sind weitere Käfige, in denen sich die Tiere ungestört bewegen können, eine neue Futterküche, durch die sich die Arbeitsbedingungen für die Tierpfleger entscheidend verbessern, sowie neue Haustechnik.

In einem zweiten Bauabschnitt soll das alte Raubtierhaus rekonstruiert werden. "Wir wollen das Gebäude erweitern, dabei aber seinen Charakter erhalten", betont der Tierparkchef. Wann aber die Finanzierung für dieses Vorhaben steht, sei noch unklar. Im Gegensatz dazu zeigt sich Jens Kämmerling aber optimistisch, dass eine 1000 Quadradmeter große Tiger-Außenanlage ebenfalls im Jubiläumsjahr 2014 eröffnet werden kann.

Besucher und Raubtiere sollen durch ein feines Gittergepflecht getrennt werden, das in besonderen Einsichtbereichen durch Glas unterbrochen wird. "Tiger sind wasser- und schattenliebende Tiere", sagt der Veterinärmediziner.

Sie fänden in der baumbestandenen Anlage, die von einem Spreearm gekreuzt wird, ideale Bedingungen. Am Rand der Anlage werde ein neuer Waldweg angelegt, von dem aus die Besucher die Raubtiere beim Springen, Baden oder Dösen beobachten können.

Tiger und Leoparden sollen künftig die einzigen Raubkatzen im Cottbuser Tierpark sein. "Wir standen vor der Entscheidung, Tiger oder Löwen anzuschaffen", erklärt Kämmerling. Für beide Großkatzenarten sei nicht genug Platz. Dass die Entscheidung schließlich für die Tiger gefallen ist, liegt einerseits an den äußeren Bedingungen.

Tiger lieben Schatten, Löwen die pralle Sonne. Für viel wichtiger hält Jens Kämmerling allerdings die Tatsache, dass einige Unterarten von Tigern viel stärker vom Aussterben bedroht sind als Löwen. So gebe es in freier Wildbahn derzeit nur noch 300 bis 400 Sumatra-Tiger. Und solche Tiger sind es auch, die künftig im Cottbuser Zoo ein Zuhause finden sollen. "Zur Eröffnung werden entweder ein Paar oder sogar drei Tiere da sein. Wir haben bereits mit einigen Zoos Verhandlungen aufgenommen", so Kämmerling.

Zum Thema:
Mit 25 Hektar ist der Tierpark Cottbus der größte im Land Brandenburg. Die ersten Besucher wurden am 1. Juni 1954 in der Anlage begrüßt. Mit der Eröffnung des Raubtierhauses 1968 zogen Löwen, Tiger und Bären ein. Ein Jahr später, 1969, kam der erste Elefant nach Cottbus. Heute sind hier rund 1300 Tiere zu Hause.