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| 12:35 Uhr

Der Wolf in der Lausitz
Tierspenden nach Wolfsangriff für die Naturstation

Die Leiterin der Naturschutzstation Annett Hertweck  zeigt Pfarrer Krystian Burczek (1.v.l)  und Hansjörg Thürmer (1.v.r.), dass sich ihre gespendeten Tiere eingelebt haben.
Die Leiterin der Naturschutzstation Annett Hertweck zeigt Pfarrer Krystian Burczek (1.v.l) und Hansjörg Thürmer (1.v.r.), dass sich ihre gespendeten Tiere eingelebt haben. FOTO: Bernhard Donke
Förstgen. Bei dem Angriff von vier Wölfen bei Förstgen waren mehr als 40 gerissenen Weidetiere die Folge. Die Naturschutzstation erreichten nach der Tat verschiedene Hilfsangebote. Auch Schafe und Ziegen wurden übergeben. Von Bernhard Donke

Der Schock, den das Wolfsmassaker in der Nacht zum 9. Oktober im Biosphärenreservat zwischen Förstgen und Boxberg-Tauer angerichtet hat, war für die Mitarbeiter der Naturschutzstation Östliche Oberlausitz groß. Die Tiere gehörten zu einer 135 Moorschnucken zählenden Herde, die zur ökologischen Biotoppflege im Reservat von der Naturschutzstation gehalten und eingesetzt wurde. Dieser Angriff hat nicht nur für viel Aufsehen gesorgt, sondern gleichzeitig auch für Solidaritätsbekundungen. Schon kurze Zeit nach dem Angriff meldeten sich der Rothenburger Pfarrer Krystian Burczek von der katholischen Gemeinde und der Weigersdorfer Hansjörg Thürmer, Pensionswirt und Halter von Alpakas, Kängurus und afrikanische Zwergziegen. Beide wollten Tiere spenden. „Wir waren natürlich sehr erfreut, als wir von der Spendenbereitschaft der beiden Männer und vieler anderer Bürger und Institutionen erfuhren“, sagt Annett Hertweck, Leiterin der Naturschutzstation. Pfarrer Krystian Burczek übergab seine ganze Schafherde, bestehend aus sieben Mutterschafen und einem Zuchtbock. Bei den Mutterschafen ist eins bereits gedeckt und wird in den nächsten Wochen lammen. Hansjörg Thürmer stellte der Station vier afrikanische Zwergziegen und einen Zuchtbock zur Verfügung. Geld- und weitere Sachspenden konnte die Station von Privatpersonen, Vereinen und Parteien ebenfalls entgegennehmen. „Sie alle bestärken und zeigen uns, dass unsere Arbeit für Erhalt, Pflege und Schutz unserer Natur von der Bevölkerung anerkannt wird. Wir bauen aus den gespendeten Tieren mit Schafen aus unserem eigenen Bestand eine Mischherde auf. Sie wird aus Heidschnucken, Waliser Schwarznasenschafen, Dorperschafen und den gespendeten afrikanischen Zwergziegen bestehen. Sie soll uns dann bei der Arbeit mit den Naturkindergruppen helfen“, sagt Annett Hertweck.

Am Freitagmittag hatte sie zu einen kleinen Dankeschön die beiden Spender auf die Weide der im Aufbau befindlichen Mischherde nach Boxberg-Tauer auf das Grundstück der Biosphärenwirtin Edith Böhm geladen. Hansjörg Thürmer: „Ich habe genügend Tiere für meine Urlaubsgäste auf dem Hof, so dass es mir eine Freude macht, diese fünf der Naturschutzstation zu spenden. Hier werden sie sich sehr nützlich erweisen bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“. Pfarrer Krystian Burczek sagt: „Wenn ich mit der Spende der Naturschutzstation helfen kann, freut es mich. Hier im Biosphärenreservat sind sie ja auch nicht aus der Welt, vielmehr können wir sie mit den Kindern aus unser Kirchengemeinde hier draußen schnell mal besuchen.“