Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt von Polen weiter auf Sachsen und Brandenburg zu. Laut Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt in Dresden ist in Westpolen, zehn Kilometer entfernt von der Grenze ein Wildschweinkadaver gefunden worden, der positiv auf ASP getestet worden ist.

Der Freistaat Sachsen teilt in diesem Zusammenhang mit, dass er seine Präventionsmaßnahmen ab sofort verstärkt. In einer Pressemitteilung heißt es dazu, dass in ganz Sachsen Fallwild-, Unfallwildwildschweine und krank erlegte Wildschweine dem zuständigen Veterinäramt zu melden sind. Die Tierkörper sind auf die Afrikanische Schweinepest zu beproben und anschließend unschädlich über die Tierkörperbeseitigungsanlage Lenz zu entsorgen.

Kein totes Tier soll wegen der Schweinepest im Wald bleiben

Wegen der Grenznähe werde für den Landkreis Görlitz und den Landkreis Bautzen zusätzlich angeordnet, alle gesund erlegten Wildschweine ebenfalls untersuchen zu lassen. Die Jäger müssen zudem die Eingeweide der erlegten Tiere und die Schwarte desselben über die Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgen lassen. Hintergrund dieser Festlegung ist, nichts soll im Wald verbleiben.

Laut Ministerin Petra Köpping (SPD) habe man sich dazu auch wissenschaftlichen Rat eingeholt. Es gehe darum, „das Risiko des Eintrags zu minimieren.“ Die Seuche müsse bei einem Fall der Fälle so früh wie möglich erkannt werden, um die Gefahr, den Erreger weiter zu verbreitern, einzudämmen.

Deshalb auch die Barriere an der Neiße. Seit Anfang März steht entlang der sächsisch-polnischen Grenze auf 128 Kilometer der Wildzaun. Er soll ASP-infizierte Tiere behindern, ins Landesinnere vorzudringen.

Vor knapp vier Wochen brach die gefährliche Viruserkrankung erstmals in 2020 in einem Hausschweinebestand in Westpolen aus. Die Behörden veranlassten eine umgehende Keulung der 23.700 Tiere in dem Bestand.

Im Jagdjahr 2018/2019 wurden 3971 Stück Schwarzwild im Landkreis Görlitz geschossen.