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Tierquäler legt in Weißwasser Schnapp-Fallen aus

Diese Falle wurde Kater Timi zum Verhängnis. Foto: privat
Diese Falle wurde Kater Timi zum Verhängnis. Foto: privat FOTO: privat
Weißwasser. In Weißwasser ist offenbar ein Tierquäler mit verbotenen Schnapp-Fallen am Werk. Die Polizei bestätigt den Eingang einer Anzeige am 2. Dezember. Zweieinhalb Wochen später schnappte eine ähnliche Falle in Weißwasser erneut zu und durchschlug einen Vorderlauf des dreijährigen Katers Timi.

Bodo Asmus wird den schrecklichen Anblick nie vergessen: Die schwere Falle hing an der Pfote von Kater Timi. Mit aller Kraft, erzählt der Weißwasseraner, mussten sein Sohn Steve und ein Freund die Zangen auseinanderdrücken, um das Tier zu befreien. “Wir sind danach mit Timi sofort zum Tierarzt gefahren„, erzählt Bodo Asmus.

Lange Blutspur im Schnee

Veterinär Rainhard Krause versorgte das Tier, gab ihm Schmerz- und Beruhigungsmittel. Das war am vergangenen Sonntagabend. Am Montag entschied sich Steve Asmus, den Kater einschläfern zu lassen. “Timi ist Freigänger. Mein Sohn wollte nicht, dass sich das Tier mit drei Beinen durchs Leben quält„, erklärt Bodo Asmus.

Wo genau das Tier in die Falle hinein geraten ist, ließ sich nicht herausfinden. Einen knappen Kilometer weit habe sich die Blutspur im Schnee verfolgen lassen, erzählt Asmus. Dann verlor sie sich, weil es wieder schneite.

Tierarzt Krause zeigte sich noch am Donnerstag bewegt von dem Vorfall: “Das ist schrecklich. Wer tut so etwas?„ Zum Glück, so der Veterinär, passiere dergleichen selten. In Weißwasser zuletzt vor vielleicht 15 Jahren, wenn er sich recht erinnere.

Schon Ende November oder Anfang Dezember jedoch hat sich in Weißwasser offenbar ein ganz ähnlicher Fall von Tierquälerei zugetragen. “Ein Kater ist eine Falle gelaufen„, so Polizeisprecher Uwe Horbaschk auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Dieser Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sei am 2. Dezember in Weißwasser angezeigt worden. Das Auslegen von Fallen ist selbst Jägern strengstens verboten, sagt der Polizeisprecher.

Zu viele Katzen

So schlimm diese Tierquälerei auch ist - Weißwasser hat noch ein viel größeres Problem mit Katzen, sagt Tierarzt Rainhard Krause. “Es gibt zu viele. Die Tierheime können sie kaum mehr aufnehmen.„ Kaum jemand wolle die Kosten für das Kastrieren oder Sterilisieren der Tiere übernehmen. Immer wieder hört der Tierarzt von ganzen Katzen-Würfen, die getötet werden.

Für Krause ist die Weißwasseraner “Interessengemeinschaft Katzen in Not„ daher nicht hoch genug zu würdigen: “Die Ehrenamtlichen retten Katzen, lassen sie kastrieren und vermitteln sie - mit Erfolg.„ Daniel Preikschat