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Tierliebe wird für Herrchen teurer

Trebendorf. Die Hundesteuern in Trebendorf sind in dieser Woche in die Höhe katapultiert worden. Statt bisher 15 Euro kommt Herrchen und Frauchen das vierbeinige Familienmitglied mit nunmehr 48 Euro teuer zu stehen. Gabi Nitsche

Wer weitere Hunde hält, hat für diese dann jeweils schon 72 Euro hinzublättern. Bisher betrug die Steuer für den zweiten Bello 30 und für den dritten 60 Euro.

Für Hunde, die als gefährlich eingestuft sind, verlangt die Kommune statt 240 künftig 400 Euro. "Aber wir haben in der Gemeinde Trebendorf keine gefährlichen Hunde", fügte Hauptamtsleiterin Marion Mudra hinzu, als die Hundesteuersatzung am Mittwochabend zur Diskussion stand. Die aktualisierte Satzung sieht außerdem eine Zwingersteuer von 24 Euro vor. Diese greift, wenn jemand mindestens zwei zuchttaugliche Tiere hat.

Der Gemeinderat stimmte den neuen Steuern einstimmig zu. Über das Thema war in den zurückliegenden Monaten mehrfach geredet worden. Die Hundesteuern sind nur ein Teil eines Paketes, welches die Gemeinde mit Erhöhungen und Anpassungen schnüren musste für das Haushaltsstrukturkonzept.

Das hatte die Kommunalaufsicht Trebendorf auferlegt. Im April waren dieses Konzept und der Doppelhaushalt 2017/2018 vom Gemeinderat mit knapper Mehrheit beschlossen worden. Beides ist inzwischen genehmigt worden, informierte Kämmerin Carmen Petrick in dieser Woche. Die Liquidität von Trebendorf sollte demnach ab 2019 wieder gewahrt sein, habe die Rechtsaufsicht eingeschätzt. Derzeit gehe es nicht ohne einen Kassenkredit. Bis 100 000 Euro sei dieser nicht genehmigungspflichtig. Doch mit dieser Summe komme man nicht hin. Von 300 000 Euro war Mittwochabend die Rede. Es seien nicht genug Deckungsmittel im Gemeindesäckel vorhanden. Erschwerend komme hinzu, so die Kämmerin, dass genau an diesem Tag eine weitere Aufforderung zur Rückzahlung von Gewerbesteuern eingetroffen sei. Den Absender nannte Carmen Petrick nicht. Im September müsse der Gemeinderat sich mit besagter Erhöhung des Kassenkreditrahmens befassen. Auch ein Nachtragshaushalt muss aufgestellt werden.

Der Gürtel bleibt eng geschnallt, die Kommune kann und will sich deshalb keine großartigen Investitionen erlauben, und das gilt vorerst bis 2019.

Trebendorf ist nicht aus eigenem Verschulden in die finanzielle Schieflage geraten. Wie weitere Kommunen im Lausitzer Revier geriet die Gemeinde ins Strudeln, weil seit 2002 von Vattenfall vorausgezahlte Gewerbesteuern von den Finanzämtern zurückgefordert wurden. Andererseits waren wegen dieser Einnahmen Schlüsselzuweisungen vom Land ausgeblieben, und es musste außerdem noch eine Reichensteuer ans Land gezahlt werden. Bei Trebendorf waren es monatlich 17 000 Euro.