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| 02:46 Uhr

Thomas Jansen – Ortsplaner und Kommunalberater

Bevor Jansen Anfang 2013 Kommunalberater wurde, war der damals noch freischaffende Stadtplaner seit 2007 als Ortsplaner für Schleife gefragt. Er wurde nicht müde, mit den Umsiedlern die neuen Wohnstandorte zu diskutieren.
Bevor Jansen Anfang 2013 Kommunalberater wurde, war der damals noch freischaffende Stadtplaner seit 2007 als Ortsplaner für Schleife gefragt. Er wurde nicht müde, mit den Umsiedlern die neuen Wohnstandorte zu diskutieren. FOTO: Gabi Nitsche
Rohne. Zehn Jahre Zusammenarbeit liegen hinter Schleife, Trebendorf und Thomas Jansen. Sechs Jahre war der 53-Jährige als Planer für die Umsiedlungsstandorte tätig. Anfang 2013 übernahm er die Kommunalberatung für beide Gemeinden. Jetzt traf man sich zum Rückblick. Denn die Leag hat seinen Vertrag gekündigt. Gabi Nitsche

Mit "bunten Verdienstorden" hat sich Thomas Jansen jetzt von engen Mitstreitern aus den Gemeinden Schleife und Trebendorf verabschiedet. Schleifes Bürgermeister Reinhard Bork (parteilos), seine Trebendorfer Amtskollegin Kerstin Antonius (WV) sowie die Mitglieder der beiden Verhandlungsgruppen und Mitarbeiter aus der Verwaltung trafen sich auf dem Njepila-Hof in Rohne. "Ihr habt alle ganz toll gearbeitet", bedankte sich der 53-jährige gebürtige Rheinländer. Im brandenburgischen Blumenthal hat Jansen Anfang der 1990er-Jahre ein Planungsbüro gegründet.

Zehn Jahre etwa liegt es zurück, als sich Jansen am Gutachterverfahren für den Umsiedlungsstandort Trebendorf beteiligt hatte. Mit seinen Ideen erreichte er nur einen zweiten Platz, bedauert er noch heute. Anders bei Mühlrose, Mulkwitz, Rohne und Schleife-Süd, die ebenfalls dem Tagebau Nochten II weichen sollten. Diesen Wettbewerb gewann er. "Mir war immer die Zusammenarbeit mit den Menschen in den Orten wichtig. Ich hab mich lange in den Dörfern umgeschaut und erinnere mich gern an viele Begebenheiten", sagte Thomas Jansen rückblickend. Viele davon seien trotz des ernsten Themas lustig gewesen. Nach unzähligen Gesprächen und Modellen - "ein guter Weg, um bürgerfreundlich zu agieren" - sei das städtebauliche Konzept Anfang 2013 fertig gewesen. Im März fand die allen in Erinnerung gebliebene "Flatterbandaktion" statt. Bei dieser bekamen die Umsiedler eine Ahnung von ihren neuen Wohnorten. "Beeindruckend war, wie sehr die Menschen bereit waren mitzuwirken. Das zog sich über all die Jahre und bei einem unglaublichen Tempo an Informationen. Dafür kann ich nur meinen Hut ziehen", so Jansen rückblickend. Fotos aus all den Jahren bestätigten das. Stichwort "Vormerkungsgespräche". Dazu Jansen: "Das ist ein Prozess, wo man den Leuten ganz nah kommt. Man guckt ihnen quasi in die Unterwäsche. Es geht um großes Vertrauen. Eine heikle Sache, und ich bekomme noch jetzt Entenpelle, wenn ich daran denke."

Anfang 2013 wurde Thomas Jansen zum Kommunalberater für Trebendorf und Schleife, hatte "riesigen Respekt" davor. Nun standen die Verhandlungen zwischen den Gemeinden und Vattenfall an für Umsiedlungsverträge. "Wir haben ganz viel erreicht", ist Thomas Jansen nach wie vor überzeugt. "Wir waren kaputt, wenn wir wieder einmal ewig verhandelt hatten. Aber das hat uns zusammengeschweißt."

Die Mitglieder der Verhandlungsgruppen hätten sich zu wahren "Experten der Kommunalpolitik" entwickelt, insbesondere bei den Verhandlungen zur Sozialverträglichkeit von Umsiedlungen. Für all das, was beide Gemeinden und Kommunalberater in den Jahren erreicht haben, gab es von den Bürgermeistern ein großes herzliches Dankeschön an Thomas Jansen. "Das war kein Dienst nach Vorschrift, er war immer für uns da und hat in seinem Blumenthal nie gesagt, was gehen mich die beiden Kommunen dort an", brachte es Reinhard Bork auf den Punkt und nannte verschiedene Beispiele. Selbst die Lausitzrunde habe auf Initiative von Jansen im Schleifer Biergarten ihren Anfang genommen - nach dem angekündigten Ausstieg von Vattenfall ging es intensiver als je zuvor um einen Plan B, um Strukturwandel.

"Heute machen wir ein Häkchen an ein Kapitel über zehn Jahre, aber feiern keinen Abschied. Ich erwarte und hoffe, dass es weitergeht." Auf ein nächstes Kapitel der Zusammenarbeit setzt auch Kerstin Antonius. Thomas Penk, Leiter für Rekultivierung und Umsiedlungsmanagement bei der Leag in Cottbus, hatte auf Nachfrage des Schleifer Gemeinderates Jörg Funda im November diesbezüglich gesagt: "Bei einer positiven Entscheidung zum Tagebau Nochten II treten wir in Gespräche mit Schleife und Trebendorf auch dazu ein." Dass die Leag den Vertrag überhaupt gekündigt hat, war in beiden Kommunen auf heftige Kritik gestoßen.