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Thema der Woche: Tod, Trauer, Trost Was die letzte Ruhestätte kostet

Todesfälle gehören zu den schwierigsten Ereignissen im Leben. Niemand tut sich leicht in so einer Situation, in der man gerade einen lieben Menschen verloren hat. Da hat man weiß Gott andere Gedanken, denen man nachhängt, als sich um die Frage zu kümmern, wie teuer einem die Grabstätte kommt. Die RUNDSCHAU ging dieser Frage nach. Von Gabi Nitsche

Eins sollte gleich am Anfang klar sein: Die Gebühren für eine Grabstätte sind nur ein Teil der gesamten Beerdigungskosten, die auf Familienangehörige zukommen, wenn man jemanden zur letzten Ruhe betten möchte. Wer annimmt, dass die Grabstätten auf allen kommunalen Friedhöfen gleich sind, der irrt. Wie die Umfrage der RUNDSCHAU ergab, gibt es Unterschiede zwischen den Kommunen im Niederschlesischen Oberlausitzkreis.
Weißwasser: Laut Friedhofsgebührensatzung aus dem Jahr 2001 bezahlt man für ein Reihengrab für Erdbestattung, wenn der Verstorbene älter als 13 Jahre ist, für eine Ruhezeit von 25 Jahren 1303,69 Euro. Für ein Urnenreihengrab sind es bei 20 Jahren 456,44 Euro. Für anonyme Urnenstellen sind es 401,90 Euro.
Rietschen: Die Liegezeit auf dem Friedhof in Rietschen beträgt 20 Jahre. Für ein Reihengrab, wenn der Tote älter als sechs Jahre ist, muss man 573 Euro bezahlen. Für ein Doppelgrab 1121 Euro. Für ein Urnengrab sind laut Satzung aus dem Jahr 2001 487 Euro, für ein Grab mit zwei Urnen 974 Euro einzuplanen. Auf dem Friedhof in Rietschen besteht schon seit mehreren Jahren die Möglichkeit der Beisetzung auf der „grünen Wiese“ . Die Gebühr beträgt hier 807 Euro. In diesen Gebühren sind die anteiligen Kosten für Müllentsorgung, Wasser etc. auf dem Friedhof bereits enthalten.
Schleife: Die Gemeindeverwaltung arbeitet gemeinsam mit dem Gemeinderat gerade an einer neuen Friedhofs- und -gebührensatzung. Die soll möglichst bis Jahresende vorliegen, damit sie im kommenden Jahr greift. Ziel ist es, die Friedhöfe der Gemeinde künftig kostendeckend zu führen. Davon ist Schleife derzeit weit entfernt, wie die RUNDSCHAU erfuhr. Bisher beträgt die Gebühr für ein Reihengrab bei einer Liegezeit von 25 Jahren einschließlich anteiliger Betriebskosten 130 Euro. Bei einem Erbbegräbnis, sprich Doppelgrab, sind es 290 Euro. Für ein Urnengrab sieht die alte Satzung 130 Euro vor. Die Gemeinde Schleife hat Friedhöfe in Schleife, Rohne und Mulkwitz zu unterhalten. Mit der neuen Satzung soll die Bestattung auf der „grünen Wiese“ ermöglicht werden.
Groß Düben: Ähnlich preiswert wie in Schleife fallen die Gebühren auch in Groß Düben aus. Für ein Reihengrab für 25 Jahre werden 160 Euro verlangt, für das Doppelgrab 210 Euro und für das Urnengrab 160 Euro.
Tebendorf: Die Gebühren für Grabstättennutzung auf dem Trebendorfer Friedhof suchen ihresgleichen, denn für ein Reihengrab über 25 Jahre müssen die Verbliebenen nur 74 Euro entrichten. Bei einem Doppelgrab sind es 123 Euro und bei einem Urnengrab 64 Euro.
Krauschwitz: Die gültige Friedhofsgebührensatzung stammt vom April 2003 und gilt für die kommunalen Friedhöfe in Krauschwitz-Ost, Krauschwitz-West, Skerbersdorf und Sagar. Die Friedhöfe in den Ortsteilen Pechern und Podrosche sind kirchliche Einrichtungen.
Für die kommunalen Friedhöfe gelten bei einer Liegezeit von 20 Jahren für einen Verstorbenen ab 10 Jahre für ein Reihengrab 692 Euro. Für ein Urnenreihengrab sieht die Satzung 667 Euro vor. Die Familiengrabstätte mit zwei Särgen und Urnen sowie einer Liegezeit von 25 Jahren kostet 1954 Euro. In Krauschwitz-Ost soll auch eine „grüne Wiese“ geschaffen werden. Die Vorbereitungen dazu laufen, die Kosten werden kalkuliert. Die Nachfrage nach dieser Möglichkeit der Bestattung ist laut Sachbearbeiterin Ines Tscheppainz groß. „Oftmals haben die Familien immer weniger Zeit oder wohnen gar nicht mehr hier, suchen dann nach einer Möglichkeit, den Pflegeaufwand zu reduzieren bzw. ihn an die Gemeinde zu übertragen.“
In Zeiten, wo in den öffentlichen Kassen immer häufiger Ebbe herrscht, drängt die Kommunalaufsicht, kommunale Einrichtungen kostendeckend zu betreiben. Vor allem auch Friedhöfe. Können die Gemeinden nicht nachweisen, dass die Gebühren bzw. Entgelte entsprechend kalkuliert wurden, können Fördermittel versagt werden (die RUNDSCHAU berichtete).

Zum Thema Auskunft einholen
  Es ist an dieser Stelle nicht möglich, die Friedhofsgebühren aller Gemeinden im NOL zu veröffentlichen. Konkrete Auskünfte erteilen die Gemeindeverwaltungen bzw. Friedhofsverwaltungen.
Im Thema der Woche widmet sich die Weißwasseraner RUNDSCHAU diesmal um Themen, die sich mit Tod, Trauer und Trost beschäftigen. Wenn Sie uns Ihre Meinung, ihre Erfahrungen zum Thema mitteilen möchten, dann bitte an red.weisswasser@lr-online.de oder Lausitzer Rundschau, Lokalredaktion Weißwasser, 02943 Weißwasser, Bautzener Straße 62, Kennwort: Thema der Woche