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Thema der Woche: Tante-Emma-Läden Verkaufsstelle mit ganz viel Herz

Die Verkaufsstelle in der Hegelpromenade erfreut sich bei den Bewohnern großer Beliebtheit.
Die Verkaufsstelle in der Hegelpromenade erfreut sich bei den Bewohnern großer Beliebtheit. FOTO: Angelika Brinkop
Weißwasser.. Wenn Katrin Schäfer ihren kleinen Verkaufsraum in der Hegelpromenade 2 in Weißwasser öffnet, dann sitzen schon die ersten Kunden vor der Tür und warten. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag erfüllt sie hier die Einkaufswünsche der Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Von Angelika Brinkop

Den Obst- und Gemüseshop in der Käthe-Kollwitz-Straße hat Katrin Schäfer in diesem Jahr von ihrer Mutter Adelheid Schäfer übernommen. Schon seit 1900 gibt es hier den kleinen Tante-Emma-Laden mit immer wieder wechselnden Besitzern. Das Angebot mit Getränken, Lebensmitteln, Obst- und Gemüse und seit einiger Zeit auch Postleistungen wird von den Bewohnern im Alten Dorf gern angenommen. Trotzdem hat es auch dieser kleine Laden nicht leicht, bei der großen Konkurrenz zu überleben.
Darum ist Katrin Schäfer froh, mit dem Verkauf in der Hegelpromenade noch ein zweites Standbein zu besitzen.
Hier kennt sie mittlerweile jeden Kunden mit dem Namen, kennt ihre Vorlieben beim Essen, weiß um die Sorgen und Nöte. „Viele erzählen mir ihre Familiengeschichte. Oftmals sind die Kinder weggezogen und sie sind froh, dass sie jemandem ihr Herz ausschütten können“ , weiß Katrin Schäfer. Die Arbeit macht ihr hier viel Freude, weil die Kunden sehr dankbar sind. „Wir haben mittlerweile ein herzliches Verhältnis. Einige könnten glatt meine Oma sein“ , meint Katrin Schäfer schmunzelnd.
Die Bewohner in dem altersgerechten Block sind froh, dass es die Verkaufsstelle gibt. Für einige ist es die einzige Möglichkeit, um selbst einzukaufen. Auch wenn die Verkaufsfläche nur begrenzt ist, so müht sich doch Katrin Schäfer um ein vielfältiges Angebot. Brot, Wurst, Konfekt oder Waschmittel, alles ist bei ihr erhältlich. Sie erfüllt auch Sonderwünsche und übernimmt kleine Gefälligkeiten für die Bewohner. Wer schlecht zu Fuß ist, dem trägt sie die Einkaufsbeutel bis vor die Wohnungstür.
Annerose Krüger ist gehbehindert und gehört zu den Stammkunden in dem kleinen Laden. „Ich bekomme hier alles, was ich brauche. Was nicht im Angebot ist, das wird besorgt. Sogar Blumen und Geschenke kann man hier kaufen“ , schwärmt die 68-Jährige. „So eine nette Verkäuferin findet man nur selten“ , fügt sie hinzu. Für Annerose Krüger waren die Verkaufsstelle sowie der Fahrstuhl die ausschlaggebenden Gründe, um in die Hegelpromenade zu ziehen. Margarete Kubisch kauft ebenfalls ausschließlich hier ein. Alles, was man zum täglichen Leben braucht, bekommt sie bei Katrin Schäfer. Sogar Briefmarken kann sie hier erwerben und Post abgeben. „Es ist einmalig, dass es so etwas gibt. Im Supermarkt fange ich immer an zu suchen. Hier bekommt man sofort Hilfe. Wir Älteren sind manchmal etwas zerstreut. Da tut es gut, dass man weiß, dass man hier auch mal das Portemonnaie offen liegen lassen kann, ohne dass es gleich verschwunden ist“ , meint sie. Rosemarie Stephan gehört fast schon mit zum Inventar des Geschäftes. Sie greift Katrin Schäfer ein wenig unter die Arme, wenn viel Trubel ist.
„Ich freue mich, wenn ich helfen kann. Außerdem bin ich ein wenig in Bewegung und erfahre manche Neuigkeit“ , sagt die 72-Jährige. Annerose Krüger bringt auf den Punkt, was sich alle Bewohner wünschen: Hoffentlich bleibt uns diese Verkaufsstelle noch lange erhalten.