| 02:46 Uhr

Teluxchef Andreas Nelte: "Die Stadt kam auf uns zu"

Andreas Nelte.
Andreas Nelte. FOTO: rw
Weißwasser. Andreas Nelte, Geschäftsführer der Telux in Weißwasser, erinnert sich noch, wie die Stadtverwaltung 2004 auf ihn zugekommen sei: "Es hieß zunächst, das Volkshaus sei nicht mehr sicher und man brauche eine Unterstellmöglichkeit für das Inventar." Deshalb habe er einen Vertrag mit der Stadtverwaltung ausgehandelt, Stühle, einen Flügel und mehrere Beleuchtungselemente zwischenzulagern. Christian Köhler

"Bis heute sind die Stühle bei uns", erklärt Nelte. Der Vertrag sei jederzeit beim Telux-Insolvenzverwalter einsehbar. Das Klavier sei an eine Schule gegeben worden, die Lichttechnik noch da, jedoch inzwischen veraltet.

Das, so Nelte weiter, sei jedoch nicht der einzige Grund gewesen, warum die damaligen Stadtverantwortlichen auf ihn zugekommen seien. Zum Tag der Sachsen, der 2005 in Weißwasser stattfand, sollte ein Empfang für den Ministerpräsidenten des Freistaates organisiert werden. "Es gab aber nach der Schließung des Volkshauses keinen geeigneten Saal mehr", sagt Andreas Nelte. Weil sich die Telux in einem ausgewiesenen Fördergebiet der Stadt befinde, seien Nelte Fördermöglichkeiten aufgezeigt worden, einen Saal mit finanzieller Unterstützung herzurichten. "Das haben wir jedoch für etwa 250 000 Euro alleine gemacht", so der Teluxchef.

Bis heute finden in diesem Saal Veranstaltungen statt. "Wir kennen unsere Auslastung", so Nelte, "und ob es sinnvoll ist, in einem zweiten Haus in Weißwasser große Veranstaltungen durchzuführen, mag ich nicht beurteilen. Es würde wohl schwer werden." Er wolle sich jedoch in die Diskussion, ob das Volkshaus wiederbelebt werden sollte, nicht einmischen.

Unterdessen erklären die damaligen Agenturmitglieder von TiToCultura - der heutige Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) und Stadtrat Timo Schutza (Klartext) -, dass es für die Gründung ihrer Agentur und des späteren Vereins nur einen Grund gegeben habe. "Es ging um den Tag der Sachsen", berichtet Torsten Pötzsch auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Die Stadt sei froh gewesen, dass diese Bereiche nicht im Rathaus und zusätzlich vom damaligen Organisationschef Milton Tauche übernommen werden mussten. Man habe bestimmte Aufgabenfelder wie die Erarbeitung eines Finanzierungs- und Veranstaltungskonzeptes, des Festumzuges oder des Werbekonzeptes zur Vorbereitung des Tages der Sachsen übernommen. Die Stadt hatte damals eine beschränkte Ausschreibung durchgeführt.

"Und wir haben keinerlei Inventar aus dem Volkshaus übernommen", sagt Timo Schutza auf Nachfrage. Dabei sei ihm wichtig, noch einmal eines klar festzuhalten: "Das Volkshaus hat Ronald Krause damals zugeschlossen" - damaliger Finanzbürgermeister Weißwassers.