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Teichwirt hofft auf volle Netze

Am Sonnabend werfen die Fischer der Teichwirtschaft Kreba ihre Netze an der Schwarzen Lache aus.
Am Sonnabend werfen die Fischer der Teichwirtschaft Kreba ihre Netze an der Schwarzen Lache aus. FOTO: jor1
Kreba-Neudorf. Fischerfest wird Samstag in Kreba gefeiert. Ab 9 Uhr laden die Kreba Fisch GmbH mit Teichwirt Rüdiger Richter und weiteren Partnern an die Schwarze Lache ein. Neben dem Schaufischen und Fischverkauf gibt es ein Unterhaltungsprogramm und Naturmarkt. Gabi Nitsche

Das Schaufischen an der Schwarzen Lache besitzt seit vielen Jahren Volksfestcharakter. Teichwirt Rüdiger Richter geht davon aus, dass es am Samstag auch wieder viele Leute nach Kreba zieht. Wie viel Fisch aus der Lache "geangelt" wird? "Das bleibt für uns alle eine Überraschung. Das weiß bisher nur der Teich. Auf alle Fälle ist es unser größter Teich von insgesamt 59, die wir gepachtet haben." Richter spricht von einer Nutzungsfläche der Gewässer von etwa 400 Hektar. "Definitiv werden wir am Samstag keine normalen Karpfen an Land holen." Die Karpfenproduktion musste in diesem Jahr noch ausgesetzt werden, aus Sicherheit, um dem Koi-Herpes-Virus keine Chance zu geben. "Erst nächstes Jahr geht es mit dem Karpfen, der ja normalerweise unser Strukturfisch ist, moderat wieder los", sagt Richter. Der Virus hatte sich in den vergangenen Jahren hier breit gemacht. Die Fischbestände waren so stark betroffen, dass die Krebaer Teichwirtschaft zu radikalen Maßnahmen greifen musste - die etwa 80 Hektar große Schwarze Lache wurde vorrübergehend trockengelegt und saniert. Das bedeutete für 2015 eine Fischerfest ohne Abfischen.

Das ist am Samstag anders. Fisch ist auf alle Fälle in der Lache - Graskarpfen, Schleie, Welse und Hechte. Rüdiger Richter und seine Mitstreiter hoffen auf zwei Fischzüge. Der erste, er nennt ihn Probezug, ist gegen 9 Uhr vorgesehen. Der zweite dann gegen Mittag. Zehn bis zwölf Leute habe er im Einsatz beim Abfischen der Flossentiere aus der Schwarzen Lache. "Wir hoffen alle auf fischer- und besucherfreundliches Wetter." Denn die Besucher aus nah und fern kommen auch gern zum Schaufischen, weil sie Lebendfisch kaufen können. Den bietet die Krebaer Teichwirtschaft ansonsten selbst nur zu Weihnachten und Silvester in Weißwasser an. Ansonsten seien Verarbeitungsbetriebe und Händler die Hauptabnehmer. Rüdiger Richter spricht von einem festen Kundenstamm, den er sich aufgebaut habe.

Rüdiger Richter, 62 Jahre alt, ist seit 1992 Pächter. Ende 2020 sei definitiv Schluss, dann gehe er in Rente. "Mein Sohn Jörg hat extra seinen Meister gemacht, sollte den Betrieb übernehmen. Aber ob daraus noch was wird?" Rüdiger Richter macht sich Sorgen. Denn die Teiche hat er vom Freistaat gepachtet, und der schreibe die Pacht neu aus. "Ich hoffe, das Land setzt dann bei der Verpachtung auf fachliche Kompetenz und lässt sich nicht vom Finanziellen leiten." Richter fordert eine baldige Entscheidung. Er sieht die Politik in der Pflicht. "Es ist eine verzwickte Situation. Wenn 2017 nichts passiert, fange ich an, die Produktion langsam runterzufahren." Pro Jahr macht die Produktion in der Teichwirtschaft Richter ein Volumen von rund 110 Tonnen Fisch aus. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen, zum Beispiel durch Naturschutz, habe sich das Volumen deutlich reduziert gegenüber früher. Doch Rüdiger Richter meint: "Der Kopf ist noch über Wasser. Wir lassen uns nicht ins Boxhorn jagen."

Samstag ab 9 Uhr Schaufischen; Programm im Festzelt vom Bürgerhaus Niesky: 9 Uhr musikalischer Frühschoppen mit den Oberlausitzer Blasmusikanten; 12 Uhr Sängerin Patricia Larras; 13.30 Uhr Reichwalder Blasmusikanten. Biosphärenreservat ab 9 Uhr: Pilzausstellung, Informations- und Bastelangebote rund um einheimische Amphibienarten.