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Team wacht erst nach Rückstand auf

Die Rietschener drehten erst in der zweiten Halbzeit ordentlich auf.
Die Rietschener drehten erst in der zweiten Halbzeit ordentlich auf. FOTO: Verein
Die Rietschener Stahlwerker haben ihre Auswärtspartie gegen die Reserve vom TBSV Neugersdorf verdient mit 29:20 gewonnen. Doch während der ersten Hälfte sah es nicht so rosig aus. Raiko Schröter

Ostsachsenliga. Die Erwartungshaltung bei Rietschen lag hoch, immerhin konnte die Mannschaft das Pokalspiel mit 28:22 recht eindeutig für sich entscheiden. Der Respekt war dennoch da, denn lange Zeit sah es ganz und gar nicht danach aus. Außerdem bestand das Haftmittelverbot in der Albert-Schweitzer-Sporthalle natürlich weiterhin.

Die ersten Minuten glichen, wie der gesamte Spielverlauf, dem Pokalspiel in der Vorwoche. Rietschen tat sich erneut schwer, ein eigenes Konzept aufzusetzen und den Gegner im Zaum zu halten. Der Versuch, über schnelle Konterläufe eine zeitige Entscheidung herbei zu führen, scheiterte immer wieder am schlechten Passspiel. Die Gastgeber hingegen machten Druck und legten immer weiter vor. So musste auch dieses Mal Rietschens Trainer korrigierend eingreifen, die Mannschaft zu mehr Bewegung und Disziplin ermahnen. Eine erste Führung für die Gäste gab es erst kurz vor dem Pausenpfiff. Diese wurde jedoch umgehend durch einen verwandelten Siebenmeter-Wurf seitens des TBSV negiert.

Halbzeit zwei sah anfangs kaum besser aus. Viele Abwehrfehler gab es auf beiden Seiten. Neugersdorf besaß allerdings den bis dato aufgeweckteren Torwart in der Hinterhand. So konnten die Gastgeber erneut vorlegen.

Erst ab der 40. Minute fassten sich die Rietschener ein Herz, legten eine Spur zu und bauten zunehmend Druck auf. Die Bälle wurden schneller nach vorn getragen, die Spielzüge agiler und variabler. Mit jedem erfolgreichen Treffer kehrte auch mehr und mehr das Selbstbewusstsein zurück, sodass sich die SSV-Männer regelrecht in einen Rausch spielten. Die vom TBSV-Trainer Mario Sommer einberaumte Auszeit änderte da auch nichts mehr dran, Rietschen machte den Sack bereits acht Minuten vor Schluss mit der 25:18-Führung mehr oder minder zu. Der Rest war eigentlich nur noch Spielverwaltung: vier weitere Tore für den SSV, zwei weitere für Neugersdorf, und der Endstand zum 20:29 war erreicht.

Dieses Spiel war eines der schlechteren des SSV. Bezeichnend für die Mannschaft, wie Trainer Dieter Mühle immer wieder anprangert, ist die Tatsache, dass man immer erst ins Hintertreffen geraten muss, bevor man anfängt, ordentlich Handball zu spielen. Es kann einfach nicht reichen, sich nur 20 Minuten reinzuhängen. Entschuldigend muss man allerdings dazusagen, dass die meisten Akteure wohl gedanklich schon beim alljährlichen Schlachtefest waren, welches im Anschluss stattfand. Alles in allem war es dennoch eine solide Mannschaftsleistung.

Auch die II. Männermanschaft der Rietschener konnte sich gegen den Tabellennachbarn Neugersdorf III souverän mit 25:32 durchsetzen. Das Frauenteam entführte ebenfalls die Punkte aus dem Oberland und gewann mit 16:20. Also war es für die Rietschener Handballer und die mitgereisten Fans ein durchaus gelungenes Wochenende.

Rietschen: Stefan Richter, Sven Mertinatsch, Phillip Steinert, Sebastian Fritzsche (1), Richard Walter (1), Felix Kelch (1), Dominik Jastrzebski (3), Jacob Gottschling (2), Sören Pörsel (6/4), Marcel Schander (1), Stephan Gröscho (5), Patrick Obier (1/4)