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| 15:45 Uhr

Seit Jahren ist in Weißwasser wieder Gewalt gegen einen Taxi-Fahrer verübrt worden
Taxi-Fahrer ist angegriffen worden

 Taxi-Fahrer in Weißwasser sind schon lange nicht mehr Gewalt ausgesetzt gewesen.
Taxi-Fahrer in Weißwasser sind schon lange nicht mehr Gewalt ausgesetzt gewesen. FOTO: dpa / Swen Pförtner
Weißwasser/Schleife. In Schleife ist nach einem Weißwasseraner mit einer Bierflasche geworfen worden. Er wurde verletzt. Von Christian Köhler

Was sich am Silvesterabend für Taxi-Fahrer H.-J. Mücke abspielte, hat er so auch noch nicht erlebt. „Wir sind es ja gewöhnt, beschimpft und beleidigt zu werden“, erklärt Firmeninhaber Raik Mücke, „aber das spottet jeder Beschreibung“. Sein Vater nämlich ist Silvester gegen 0.30 Uhr nach Schleife gerufen worden, um Fahrgäste abzuholen. „Als ich ankam, hatten sie es sich aber anders überlegt“, erzählt er der RUNDSCHAU. Anschließend entwickelte sich ein Streitgespräch, weil der Taxifahrer die Erstattung der Anfahrtpauschale einforderte. „Ich merkte aber schnell, dass hier kein Blumentopf zu gewinnen ist und wollte wieder fahren“, erinnert er sich. Weil seine Autoscheibe heruntergelassen war, konnte er noch einen Knall vernehmen. Als er ausstieg, um sich zu vergewissern, ob am Auto alles in Ordnung ist, passierte es: „Ich merkte, wie mich jemand von hinten angesprungen ist“, berichtet der Taxi-Fahrer. Mit Wucht sei er dann mit dem Kopf an die Fahrertür geschlagen. Seine Brille sprang in tausend Teile und er ging zu Boden. Gleichzeitig schlug eine Bierflasche an der Fahrertür ein, die eine tiefe Delle an der Tür hinterließ. „Ich bin mir sicher, hätte die mich getroffen, wäre ich heute wohl nicht mehr da“, ist sich H.-J. Mücke sicher. Nur einem jungen Mann sei es zu verdanken, der den Angreifer davon abhielt, auf den Taxi-Fahrer einzuschlagen, dass nicht noch Schlimmeres passierte. Noch am Neujahrsmorgen erstattet Hans-Jürgen Mücke Anzeige, musste anschließend in die Notaufnahme.

Zurück bleiben etwa 1600 Euro Schaden am Auto sowie Ausfallkosten, die dem Familienbetrieb aus Weißwasser nun entstanden sind. Noch schlimmer aber ist, so ist sich Firmenchef Raik Mücke sicher, „dass man grundlos meinen Vater angegriffen hat“. Als Konsequenz des Vorfalls will er nun sein Taxi-Geschäft über Silvester dieses Jahres nicht öffnen. „Sicher, man kann so etwas nicht verhindern. Aber noch einmal setzen wir uns so etwas nicht aus“, sagt der Taxi-Unternehmer. Zum Jahreswechsel bleibt er mit seiner Familie lieber zu Hause. Nun hofft die Familie, Gerechtigkeit zu erhalten und dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird. Die zerstörte Brille immerhin soll er bereits ersetzt haben. „Ich habe zwar keine Angst, aber ein mulmiges Gefühl bleibt schon zurück, wenn ich abends zu Gästen fahre, die irgendwohin gebracht werden wollen“, sagt H.-J. Mücke.