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Synagoge in Görlitz wird weiter restauriert

Der Almemor, also der Platz rund um den Thoraschrein, ist Bestandteil der jetzt beschlossenen Sanierungsmaßnahmen in der Görlitzer Synagoge.
Der Almemor, also der Platz rund um den Thoraschrein, ist Bestandteil der jetzt beschlossenen Sanierungsmaßnahmen in der Görlitzer Synagoge. FOTO: ume1
Görlitz. Während seiner jüngsten Sitzung hat der Görlitzer Stadtrat seine Zustimmung zu zwei weiteren Teilabschnitten für die Sanierung der Synagoge gegeben. Dabei geht es um einen Wertumfang von 452 000 Euro beziehungsweise 333 000 Euro. Uwe Menschner / ume1 ume1

Seit die Görlitzer Synagoge 2012 als "Baudenkmal von nationaler Bedeutung" anerkannt wurde, sind bei der Sanierung wesentliche Fortschritte erzielt worden. "In dieser Zeit konnten mit Unterstützung von Bund, Freistaat Sachsen, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der Görlitzer Altstadtstiftung umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen insbesondere im Kuppelsaal vorgenommen werden", erklärt Baubürgermeister Michael Wieler (parteilos).

Mit der ersten Tranche der Fördermittel aus dem Jahre 2012 erfolgten unter anderem die Teilrekonstruktion der Kuppeldecke sowie die Restaurierung der Holzbrüstung entlang der Frauen empore. "Die Fördermaßnahmen des Jahres 2013 werden 2015 beendet", so Wieler. Dazu zählten die Restaurierung der nordwestlichen Wandnische (auch als Konche bezeichnet), die Rekonstruktion der ursprünglichen Farbgebung an Wand- und Deckenflächen sowie die Reinigung und Ergänzung von Natursteinflächen.

Die jetzt bestätigten Maßnahmen entsprechen dem Förderbescheid für das Jahr 2014 und stehen unter dem Vorbehalt, dass dieser auf das Jahr 2015 verlängert wird. Sie umfassen restauratorische Arbeiten an den südlichen und nördlichen Innenseiten der Außenwand, an den Wandflächen zwischen Kuppelsaal und Vestibül, an den Muschelkalksäulen im Bereich der Galerie, an der südöstlichen Konche sowie in der sogenannten Wochentagssynagoge. Letztere soll einer Teilsanierung mit Erneuerung von Decken- und Wandflächen sowie des Fußbodens unterzogen werden.

Gleichzeitig soll ein Konzept für die Wiederherstellung der Treppenanlage im Bereich des Almemor (von dem Platz aus wird die Thora verlesen) erstellt werden. Die Thorarolle selbst ist nicht mehr vorhanden, da es in Görlitz keine jüdische Gemeinde mehr gibt. Für ortsansässige und durchreisende Juden soll in der Wochentagssynagoge ein Gebetsraum eingerichtet werden.

Im Rahmen der zweiten Fördermaßnahme soll die dringend benötigte technische Infrastruktur in der Kuppelhalle, in der Wochentagssynagoge und im Seminarraum hergestellt werden. Dies beinhaltet unter anderem die Erneuerung der Elektroinstallation, die Herstellung von Anschlüssen für Beleuchtung sowie Audio- und Videosysteme, eine Sicherheitsbeleuchtung für den Rettungsweg sowie die Heizungsinstallation.

Zum Thema:
Die am 9. Mai 1911 geweihte Görlitzer Synagoge blieb in der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 - anders als die meisten anderen Synagogen in Deutschland - von der Zerstörung verschont. Seit Ende 2008 steht sie für kulturelle Veranstaltungen offen, die sich oftmals, aber nicht nur mit der Thematik des jüdischen Lebens beschäftigen. ume1