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| 10:04 Uhr

Unwetterschaden
Sturm Eberhard reißt Klittener Leuchtturm auf dem Bärwalder See ab

 Nach Windstärke zwölf am vergangenen Sonntag über dem Bärwalder See treibt der Leuchtturm wieder herrenlos auf dem Wasser. Die Entfernung zum Wellenbrecher beläuft sich auf rund 50 Meter.
Nach Windstärke zwölf am vergangenen Sonntag über dem Bärwalder See treibt der Leuchtturm wieder herrenlos auf dem Wasser. Die Entfernung zum Wellenbrecher beläuft sich auf rund 50 Meter. FOTO: Joachim Rehle
Klitten. Das Wetter hat am Bärwalder See erhebliche Schäden angerichtet. Betroffen ist der Wellenbrecher mit dem Leuchtturm in Klitten. Abhilfe soll das neue Wellengutachten bringen. Von Torsten Richter-Zippack

Rund 50 Meter vom Klittener Wellenbrecher entfernt schwimmt derzeit die Plattform mit dem Leuchtturm im Bärwalder See. Sturmtief Eberhard hat das Teil aus seiner Verankerung gerissen. Jetzt muss die Verbindung mit der Wellenbrecheranlage, über die der Leuchtturm auf dem Landweg erreichbar ist, wieder hergestellt werden, sagt Seemanager Roman Krautz von der Gemeinde Boxberg. Gefahr für Besucher bestehe derzeit nicht, denn der Wellenbrecher befindet sich ohnehin noch in der Winterruhe und darf nicht betreten werden. „Wir hoffen, dass wir die Schäden bis zum Saisonstart Anfang April behoben haben“, erklärt Krautz.

Der Experte verhehlt nicht, dass die Wetterunbilden in jüngster Zeit häufiger zu werden scheinen und damit auch der Frust über die damit zusammenhängenden Schäden. Sturm Eberhard hatte in der Region bis auf Windstärke 12, die höchste, aufgedreht. Erst Anfang 2018 war Sturmtief Friederike über die Region gerast, Ende 2017 die Stürme Xavier und Herwart. Schon damals hatte sich der Leuchtturm vom Wellenbrechersteg gelöst und wurde wieder eingefangen. Die Konstruktion ist mit unter Wasser befindlichen Seilen, die dem starken Wind trotzten, mit dem Wellenbrecher in Verbindung geblieben. Dennoch schlugen damals die Schäden mit knapp 17 000 Euro zu Buche.

Derzeit, sagt Roman Krautz, müssen die Fachleute die entstandenen Schäden genau prüfen. Sie befänden sich gegenwärtig noch bei der entsprechenden Aufnahme. Einen Lichtblick gebe es aber: „Im Rahmen der geförderten Maßnahme zur Anpassung der Schwimmstege an das Wind- und Wellengutachten haben wir durch den Freistaat die Übernahme der Teilprojektträgerschaft für dringende Notsicherungen bereits genehmigt bekommen“, sagt Bürgermeister Achim Junker (CDU). Die dazugehörige Finanzierungsvereinbarung solle den Gemeinderäten demnächst vorgelegt werden. Darüber hinaus habe die Gemeinde bereits entsprechende Angebote zur Umsetzung der Maßnahme bei fachlich geeigneten Unternehmen abgefragt.

Im Zuge des neuen Wind- und Wellengutachtens, das neu berechnete Zahlen enthält, soll der Leuchtturm künftig sturmfest verankert werden. Das Gutachten wurde von der Bergbausaniererin Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) in Auftrag gegeben. „Wir hoffen auf eine möglichst schnelle Umsetzung, am besten noch in diesem Frühjahr“, sagt Achim Junker. Anschließend sei ein Abreißen des 7,30 Meter hohen Turms vom Wellenbrecher nicht mehr möglich.

Im Gegensatz zu den südlichen Teilen der Kreise Görlitz und Bautzen ist die Gemeinde Boxberg relativ glimpflich durch den Sturm Eberhard gekommen. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung fielen mehrere Bäume um, Menschen kamen nicht zu Schaden. Auf dem Klittener Sportplatz stürzte ein Baum auf eine Umrandung, die nun erneuert werden muss. Allerdings haben die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes für Mittwoch, 13. März, bereits den nächsten Sturm namens Franz in der Region angekündigt. Anschließend soll das stürmische Tief Gebhard folgen.