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Studienakademie erhält neues Laborgebäude

Auch diese hochwertige CNC-Schweißmaschine wird in das neue Laborgebäude umziehen. Professor Günter Gnauck, Studiengangsleiter Wirtschaftsingenieurwesen, demonstriert sie hier Julian Ehlen (Student), Marko Schiemann, Barbara Wuttke und Paul Strenge (Student).
Auch diese hochwertige CNC-Schweißmaschine wird in das neue Laborgebäude umziehen. Professor Günter Gnauck, Studiengangsleiter Wirtschaftsingenieurwesen, demonstriert sie hier Julian Ehlen (Student), Marko Schiemann, Barbara Wuttke und Paul Strenge (Student). FOTO: ume
Bautzen. Die Staatliche Studienakademie Bautzen erhält ein neues Laborgebäude. Wie der Landtagsabgeordnete Marko Schiemann (CDU) informierte, sind im Doppelhaushalt des Freistaates 3,7 Millionen Euro für das Vorhaben eingestellt. Die Zustimmung durch den Landtag vorausgesetzt, kann in der zweiten Jahreshälfte mit dem Bau begonnen werden. Uwe Menschner / ume

Barbara Wuttke ist erleichtert. "Die derzeitige Unterbringung unserer Laborausstattung ist nicht mehr zeitgemäß", erklärt die Direktorin der Staatlichen Studienakademie Bautzen. Im Kellergeschoss drängen sich hochwertige Mess-, Analyse- und Fertigungsgeräte in engen Räumen. Zwei Maschinen stehen im drei Kilometer entfernten Polysax, einem Ausbildungszentrum der Kunststoffindustrie. "Mit dem Bau unseres neuen Laborgebäudes verbessern sich die Ausbildungsbedingungen immens", betont die Direktorin der Einrichtung, die ihre Studenten in enger Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft zu akademischen Abschlüssen führt.

Dass es dazu kommen kann, ist das Ergebnis eines langen und beharrlichen Kampfes. "Bereits seit 2008 habe ich auf die Notwendigkeit dieser Investition hingewiesen", erklärt Marko Schiemann. Sich im "Wettbewerb der Regionen" gegen andere Wünsche und Forderungen durchzusetzen, sei jedoch ein hartes Stück Arbeit gewesen; "schließlich gab es aufgrund politischer Vorgaben kaum noch Chancen auf neue Investitionen im Bereich der Studienakademien".

2012 gelang es, 500 000 Euro für vorbereitende Maßnahmen und Planungen in den sächsischen Haushalt zu bekommen. 2014 stand eine Million Euro für den Abriss der alten Mensa zur Verfügung - die Voraussetzung für den Neubau. Dieser ist mit 3,7 Millionen Euro im Doppelhaushalt verankert und soll bis zum Herbstsemester 2017 abgeschlossen sein. Freilich gehen nicht alle Wünsche in Erfüllung. So hatte eine erste Analyse einen Flächenbedarf von 1400 Quadratmetern ergeben. Übrig geblieben sind 900 Quadratmeter. "Die Konsequenz besteht darin, dass nur ein Teil unserer Laborausstattung in das neue Gebäude umzieht; der andere Teil verbleibt am bisherigen Standort", erläutert die Direktorin. Auch ein gläserner Verbindungsgang zum Hauptgebäude steht nicht in der Entwurfsplanung, ein Umstand, zu dem Marko Schiemann noch einmal nachbohren will: "Bei einem solchen Gang handelt es sich nicht um Luxus, sondern um eine praktische Notwendigkeit. Schließlich müssen auch manchmal Dinge transportiert werden, die nicht nass werden dürfen." Bei den zur Verfügung stehenden 3,7 Millionen Euro handelt es sich um reine Baukosten, die Anschaffung neuer Ausstattung ist nicht vorgesehen. "Sie ist allerdings auch nicht erforderlich, da wir uns auf einem guten Stand befinden", so Barbara Wuttke. Die Investition werde "den Bildungsstandort Bautzen weiter stärken und attraktiver machen". Für die frei werdenden Räume im Keller gibt es bereits Pläne - "hier könnten eine Teeküche und Räume für den Studentenrat eingerichtet werden."

Zum Thema:
Die Staatliche Studienakademie Bautzen bietet in Zusammenarbeit mit 360 Praxispartnern duale Studiengänge zu Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Medizintechnik, Finanzmanagement, Public Management und Wirtschaftsinformatik an. Die derzeit 520 Studenten sind bei den Partnern angestellt, absolvieren dort den Praxisteil ihrer Ausbildung. Das Studium endet in der Regel nach sechs Semestern mit einem Diplom- oder Bachelorabschluss. 61 Prozent der Absolventen wurden bislang von ihren Praxisbetrieben direkt übernommen.