Schon Anfang Oktober hat sich Jens Glasewald (AfD) danach erkundigt, was in den vergangenen Jahren in Weißwasser für die Schaffung von Industrieflächen getan wurde. Nun hat während der jüngsten Ausschusssitzung Wulf Stibenz, Leiter OB-Büro, darauf geantwortet: „Im Industriegebiet befinden sich zwei Grundstücke noch im Eigentum der Stadt“, erklärt er. Dabei handelt es sich um ein 7000 und ein 28 000 Quadratmeter großes Grundstück. Eine Teilfläche von etwa 15 600 Quadratmeter ist im Mai diesen Jahres per Stadtratsbeschluss an das Unternehmen Montage-Service für Kraftwerke GmbH (MSK) für rund 78 000 Euro verkauft worden. „Allerdings ist der Kaufvertrag unter anderem wegen der Ermittlung von Förderung noch nicht abgeschlossen“, erklärt Stibenz.

Industrieflächen in Weißwasser vorhanden

Aus dem Rathaus heißt es weiter, dass der Investor rund eine Million Euro für eine neue Montagehalle investieren will. Acht bis zehn Arbeitsplätze sollen entstehen. „Und warum haben wir einen Mangel an Flächen?“, hakt Glasewald nach. Baureferatsleiter Thomas Böse erklärt: „Ich möchte einmal fragen: Was heißt Mangel? Wir haben in Weißwasser durchaus Industrieflächen und Mischgebiete, auf denen Gewerbeansiedelungen möglich sind.“ Aber: „Wenn die Staatsregierung anfragt, ob wir 200 Hektar haben, dann haben wir die nicht.“

Unzählige Beschlüsse zu Grundstücksverkäufen

Böse merkt in diesem Zusammenhang an, dass es in den vergangenen Jahren unzählige Beschlüsse vom Stadtrat gegeben hatte, die sich um den Verkauf von Grundstücken für Industrieansiedlungen gedreht hätten. „Allerdings ist am Ende kein wirkliches Ergebnis zustandegekommen“, sagt der Referatsleiter und fügt an: „Auch für die Bärenhütte hatten wir mehr als zehn Anfragen, gekommen ist aber nie jemand.“ Zumal die Bärenhütte nicht nur mit Altlasten belastet ist, sondern sich zudem im Privateigentum befindet.

Timo Schutza (Klartext) ärgert sich zudem darüber, dass „es so klingt, als ob der schwarze Peter der Stadtverwaltung zugeschoben wird“. Schließlich gebe es im Umland genügend Flächen – etwa in Schwarze Pumpe oder Boxberg. Thomas Böse ergänzt: „In Weißwasser Flächen in Größenordnungen zu schaffen, halte ich für verfrüht. Und, wenn ich das so sagen darf, wenn der Stadtrat beschließt, wir sollen Flächen schaffen, machen wir es auch.“