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Straßentheater
Straßenkunst verzaubert den Badepark

Ein Teil der Protagonisten der Bad Muskauer Via-Thea-Premiere am 1. Juli: Christiane Hoffmann vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz, Igor Dimitrijoski von den Stadtwerken Weißwasser, Regina Risy von der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, Bürgermeister Andreas Bänder sowie Parkdirektor Cord Panning (v.l.n.r.).
Ein Teil der Protagonisten der Bad Muskauer Via-Thea-Premiere am 1. Juli: Christiane Hoffmann vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz, Igor Dimitrijoski von den Stadtwerken Weißwasser, Regina Risy von der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, Bürgermeister Andreas Bänder sowie Parkdirektor Cord Panning (v.l.n.r.). FOTO: Richter-Zippack
Bad Muskau. Premiere im Muskauer Badepark: Erstmals wird am 1. Juli das Görlitzer Straßentheater Via Thea im Pückler-Kleinod gastieren. Eine Hauptrolle spielen Waschlappen. Von Torsten Richter-Zippack

Lucy Lou hat bereits die Welt bespielt. Nicole Bäumer, wie die norddeutsche Straßenschauspielerin im wirklichen Leben heißt, ist mit ihrem Waschlappentheater bereits in den Niederlanden gewesen, in Lettland, in Australien, Neuseeland und auf Hawaii. Am 1. Juli wird die Künstlerin in Bad Muskau auftreten. Genauer gesagt, bei der Via-Thea-Premiere im Badepark. Aus grünen Lappen, gelben, und roten, immer aus einem Koffer, zaubert Lucy Lou einen witzigen Marktstand. Dort gibt es nicht nur Lappen, sondern ebenso Meeresromantik, Tintenfischballett und Unterwassertransformation, verspricht die Norddeutsche. Darüber hinaus haben sich weitere Straßenkünstler im Badepark angekündigt. Dazu gehören beispielsweise Feuerzauberer und Akrobat Kammann alias Martin Dronsfield, das asiatisch-exotische Ensemble Dance Omatic, das Duo Kroft mit seinem Wassercafe, das über den Dingen stehende und gehende Zebra Stelzentheater sowie der trommelnde Crazy Rumble Drum Circus.

Möglich macht das alles das Via-Thea-Straßentheaterfestival. Das sorgt seit fast einem Vierteljahrhundert alljährlich in Görlitz für jeweils tausende Besucher. Nach weiteren Spielorten wie Hirschberg und Seidenberg in Polen wagen die Künstler diesmal einen Sprung in den Muskauer Pücklerpark. Am ersten Julitag wollen dort um die 15 Straßenkünstler in sechs Gruppen ihre Künste im Badepark präsentieren. Möglich macht dies eine Kooperation zwischen der Stiftung Fürst-Pückler-Park, dem Gerhard-Hauptmann-Theater Görlitz, den Stadtwerken Weißwasser, der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien sowie der Bad Muskauer Turmvilla.

„Neben dem Schlosspark planen wir im Badepark, ein zweites Zentrum für kulturelle Aktivitäten zu entwickeln“, erklärt Parkdirektor Cord Panning. Bislang sei dieses Juwel kulturell noch unterrepräsentiert. Der Kontakt mit dem Via-Thea-Straßentheaterfestival gehe vor allem auf Katrin Bartsch von den Stadtwerken Weißwasser (SWW) zurück. Die Geschäftsfrau hat sich bereits frühzeitig für ein Gastspiel im Pücklerpark stark gemacht. „Wir sind auch ein Lieferant für Lebensqualität“, ergänzt SWW-Sprecher Igor Dimitrijoski. Ziel sei, nicht nur landschaftsbegeisterte Touristen in den Muskauer Park zu holen, sondern ebenso Kulturenthusiasten.

Ins gleiche Horn stößt auch Regina Risy von der Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien: „Wir wollen den Badepark bekannter machen.“ Und der Bad Muskauer Bürgermeister Andreas Bänder fügt hinzu, dass mit dem Festival ein Impuls für Nachhaltigkeit gesetzt werde. Läuft die Premiere gut, und davon ist Via-Thea-Organisatorin Christiane Hoffmann vom Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz überzeugt, könnte sich die Veranstaltung zu einer Tradition in Bad Muskau entwickeln. Sie rechne im Badepark mit einer vierstelligen Besucherzahl. Zu den Via-Thea-Tagen in Görlitz kämen alljährlich viele Tausend Gäste.

In die Bad Muskauer Via-Thea-Premiere bringt sich auch die Bad Muskauer Turmvilla, die sich direkt am Eingang zum Badepark befindet, ein. Nach Angaben von Geschäftsführer Daniel Kunze beteiligt sich sein Familienunternehmen nicht nur an der Verpflegung der Besucher, sondern sorgt auch für einen weiteren kulturellen Kracher. „Bei uns gibt es Livemusik mit Alex Jacobowitz.“ Jacobowitz gilt als begnadeter Marimbaphonspieler aus den USA, der weltweit für Begeisterung sorgt.

Der Eintritt zur Bad Muskauer Via-Thea-Premiere ist frei. Ein Verkehrs- und Parkkonzept werde erarbeitet, kündigt Bürgermeister Bänder an. Er wolle Kontakt mit der Niederschlesischen Verkehrsgesellschaft aufnehmen, um möglicherweise einen Pendelverkehr zwischen dem Eiland-Parkplatz am Muskauer Ortsrand und dem Badepark zu organisieren. Das Wetter spielt laut Christiane Hoffmann indes nur eine untergeordnete Rolle: „Unsere Schauspieler spielen auch bei Regen.“ Und vielleicht leiht dann Lucy Lou manchem Gast ein Exemplar aus ihrem Waschlappentheater zum Trockenrubbeln aus. Für Überraschungen dürfte jedenfalls gesorgt sein. Möglicherweise verwandelt sich auch die Muskauer Waldeisenbahn in eine Spielstätte. Mehr wollen die Protagonisten dazu noch nicht verraten.