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Lutherstraßen-Bau braucht länger

Blick auf die Baustelle in der Lutherstraße in Weißwasser: Noch haben die Mitarbeiter der Strabag gut zu tun, bis die Arbeiten abgeschlossen werden können.
Blick auf die Baustelle in der Lutherstraße in Weißwasser: Noch haben die Mitarbeiter der Strabag gut zu tun, bis die Arbeiten abgeschlossen werden können. FOTO: Regina Weiß / LR
Weißwasser. Stadtwerke Weißwasser sprechen von komplizierter Lage bei den Medien. Anrainer sind sauer über Verzögerungen der Arbeiten um mehrere Wochen.

Rund zwölf Wochen eine Straßenbaustelle vor der Nase zu haben oder Umleitungen von mehreren Kilometern fahren zu müssen, freut keinen. Aber wie soll es sonst gehen, wenn Infrastruktur erneuert werden soll? Doch wenn alles Wochen länger dauert, als erhofft, zerrt es an den Nerven, gibt es Kritik am Reportertelefon und auch vor Ort in der Lutherstraße. Die Bauarbeiten dort sollten im Oktober beendet sein, dauern nun aber voraussichtlich bis Dezember.

Geschäftsinhaber Henry Domke nimmt kein Blatt vor den Mund: „Das ist abartig, was hier läuft.“ Gerade hat er erfahren, dass eine Zuwegung wegen der Umbindung einer Gasleitung dicht gemacht wird. „Sollen wir jetzt zumachen?“, fragt Domke. „Weißwasser hat hier seinen BER. Das können Sie ruhig so schreiben“, schickt der Geschäftsmann noch nach.

Strabag-Polier Matthias Röchow nennt es eine Baustelle mit vielen Herausforderungen. Seit Juli ist die Firma im Durchschnitt mit sechs, sieben Mitarbeitern vor Ort. Hinzu kommen die Stadtwerke, die ebenfalls beim Leitungsbau zu tun haben. Auf rund 200 Meter zwischen Abzweig Humboldt- und fast bis zur Heinrich-Heine-Straße wird gebaut. Konkret umfasst das nach Auskunft der Stadtwerke Schmutzwasser- und Regenwasserleitungen sowie die Trinkwasser- und Gashauptleitungen. Beim Trinkwasser und Gas werden zusätzlich die Hausanschlüsse erneuert. Hinzu kommen Straßen und Gehwege.

„Wir verstehen den Unmut der Anwohner und bitten um Verständnis, dass der ursprünglich genannte Abschlusstermin etwas nach hinten geschoben werden musste. Bei umfangreichen Baumaßnahmen lässt sich leider nicht alles hundertprozentig und zweifelsfrei im Voraus planen“, erklärt Pressesprecher Igor Dimitrijoski. Die beim blick ins Erdreich vorgefundene Situation erforderte eine Umplanung, da sich die Lage vor Ort als schwieriger herausgestellt habe, als sie ursprünglich angenommen worden war. Daher mussten Änderungen im Bauablauf und in der Technologie vorgenommen werden, die alles verlängerten. „Letztlich nutzt diese Investitionsmaßnahme aber insbesondere den Anwohnern und wir bitten diese noch um etwas Geduld, da das Ende der Baumaßnahme bereits absehbar ist“.

Laut Thomas Böse, Leiter Baureferat bei der Stadtverwaltung, soll am 23. und 24. November die Schwarzdecke im Abschnitt aus Richtung Schule bis über die Kreuzung Schillerstraße eingebaut werden. Die Stadtverwaltung geht bei dieser Gemeinschaftsmaßnahme Stadt/Stadtwerke von einer Fertigstellung des gesamten Ausbaubereiches am 10. Dezember aus. Die Stadtwerke wollen sich wegen möglicher witterungsbedingter Verzögerungen in diesen Spätherbsttagen nicht auf den Tag genau festlegen. „Nach aktuellem Stand der Dinge ist eine Gesamtabnahme zum Jahresende geplant“, so Igor Dimitrijoski.

Insgesamt werden in den Baubabschnitt 470 000 Euro investiert.

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Bei Anruf: Reporter 4c FOTO: Janetzko, Katrin / LR