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| 01:06 Uhr

Straftaten und Unfälle im Rückgang

NOL.. Das neue Jahr hat für die Polizei mit einer Umstrukturierung begonnen. Die Polizeidirektionen Görlitz und Bautzen sind zusammengelegt worden zur Polizeidirektion Oberlausitz/Niederschlesien mit Sitz in Görlitz. Die Polizeireviere und -posten bleiben unverändert an ihren Standorten. Von Gabi Nitsche und <br> Regina Weiß

Ziel der Umstrukturierung sei eine Erhöhung der Effizienz. „Es soll einfach erreicht werden, dass mehr Polizisten auf der Straße unterwegs sind“ , so Polizeisprecher Uwe Horbaschk aus Görlitz. Das wird erreicht, indem Polizeipräsidien in Sachsen abgeschafft und Polizeidirektionen gebündelt werden.
Auch aus den beiden Direktionsbereichen Bautzen und Görlitz entstand eine mit dem Namen Oberlausitz/Niederschlesien, die ihren Sitz in Görlitz hat. „Zu dieser gehören 1400 Bedienstete - von Radeberg bis Groß Düben“ , so Horbaschk. Er war bis dato Sprecher der PD in Görlitz und bleibt es weiterhin.

Positive Bilanz
Für das zurückliegende Jahr konnte er aus Sicht der Polizei eine positive Bilanz ziehen. „Wir haben einen Rückgang an Straftaten zu verzeichnen. Im gesamten Direktionsbereich waren es 2000 Fälle weniger.“ Die Aufklärungsquote stieg auf 70 Prozent. Horbaschk sieht die Ursachen dafür zum einen in der Arbeit der Polizei, die professioneller geworden sei, aber zum anderen auch im Bevölkerungsrückgang.
Bis Ende November waren im Altkreis Weißwasser 3023 Straftaten registriert, im Vorjahr waren es 3282. Schwerpunkte sind Einbrüche, Diebstähle im besonders schweren Fall. „Zurzeit häufen sich vor allem Diebstähle aus Fahrzeugen. Bis November standen 100 derartige Fälle zu Buche. Im Vorjahr waren es nur 61.“
Was die Fahrraddiebstähle angeht, so sind diese nach wie vor an der Tagesordnung. Doch es wirke sich günstig aus, dass viele Besitzer die Drahtesel durch die Polizei codieren lassen. Die Diebe würden von codierten überwiegend die Hände lassen.
In diesem Zusammenhang dankte der Polizeisprecher allen Gemeinden, die kostenfrei Räume zur Verfügung stellen, damit die Codierungsaktionen überhaupt stattfinden können. „Gemeinden, die Bedarf haben, können diesen bei uns weiterhin anmelden.“
Von 175 angezeigten gestohlenen Rädern konnten 41 Fälle aufgeklärt werden. „Im Verhältnis zu den Vorjahren ist das eine hohe Aufklärungsquote“ , schätzte Uwe Horbaschk im RUNDSCHAU-Gespräch ein.
Rauschgiftdelikte sind weiterhin aktuell. 247 wurden bis Ende November erfasst. 2003 waren es 100 mehr. Für Uwe Horbaschk steht fest: „Weißwasser nimmt im Freistaat keine besonders auffällige Stellung ein, gilt nicht als Hochburg. Das liegt aber auch daran, dass in den vergangenen Jahren viel auf dieser Strecke unternommen wurde.“ Horbaschk schätzte ein, dass es in den vergangenen Jahren gelang, vorhandene Strukturen durch Ermittlungserfolge zu zerschlagen.
Fällt Weißwasser bei den Straftaten nicht aus dem Rahmen, macht der Altkreis auch bei den Autounfällen keinen auffälligen Eindruck. „Die Unfallzahlen gehen zurück“ , weiß Uwe Horbaschk zu berichten. Ende November wurden 1460 Crashs gezählt. Das sind zirka 100 weniger als 2003. Bei diesen Unfällen waren acht Tote zu beklagen. Im Jahr davor waren es neun. Auch die Zahl der Verletzten ist glücklicherweise zurückgegangen. Hier stehen Ende November 224 verletzte Personen zu Buche. 2003 wurden insgesamt 261 gezählt.
Interessant ist auch der Blick auf die Unfallursachen. Hier rangiert nicht mehr die Geschwindigkeit auf Platz eins, sondern Vorfahrtsfehler führen am häufigsten zu Karambolagen. Platz Numero drei nimmt der zu geringe Sicherheitsabstand ein, womit die Auffahrunfälle gemeint sind.
Über die Verschiebung der Unfallursachen kann man auch bei der Polizei nur spekulieren. Sicherlich hat das Ganze auch mit der demographischen Entwicklung zu tun. Die jugendlichen Schnellfahrer sind weggezogen. Die älteren Herren mit Hut hinterm Lenkrad bleiben hier . . .
Die Veränderung in der Statistik „wird die Polizei allerdings nicht davon abhalten, ihre aktive Kontrolltätigkeit weiter auszuüben“ , so Uwe Horbaschk gegenüber der RUNDSCHAU. Im Visier haben die Beamten weiterhin Geschwindigkeit und Alkohol. 392 Geschwindigkeitskontrollen wurden im letzten Jahr durchgeführt. 13 665 Autofahrer wurden dabei kontrolliert. 1433 Kraftfahrer dürften sich darüber gar nicht gefreut haben, denn sie waren zu schnell.

Mit „Fahne“ unterwegs
Auch so manchen mit „Fahne“ erwischte es. 104 lenkten ihr Auto mit einem Promillewert von über 1,1. 62 lagen unter 1,1. Auch mit Betäubungsmitteln hinterm Steuer saßen Autofahrer. Hier wurden 22 gestellt. Amphetamine und Cannabis spielen dabei eine Hauptrolle.
Seit dem letzten Jahr wurde auch die Zusammenarbeit mit den polnischen Polizisten verstärkt. Bis November gab es 119 gemeinsame Streifen mit den polnischen Beamten. Begonnen wurde damit beim Brückenfest in Bad Muskau.
Wenn man Uwe Horbaschk befragt, ob es Besonderheiten bei der Polizeiarbeit 2004 gegeben hat, dann fallen ihm sofort zwei Ereignisse in Weißwasser ein - der Mann, der drohte, die Wohnung an der Rosa-Luxemburg-Straße zu sprengen und der Polizeieinsatz nach einer Geburtstagsfeier an der Berliner Straße.