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| 02:58 Uhr

Stolpersteine bremsen Trebendorf bei Besetzung von Stiftungsgremien

Trebendorf. Vor vier Wochen hat der Gemeinderat mehrheitlich seine Mitstreiter Andreas Fabian und Klaus Rohrbach in den Vorstand der Stiftungen "Zukunft in Trebendorf" und "Leben in Trebendorf" gewählt. Das erfolgte in geheimer Abstimmung. Bürgermeisterin Kerstin Antonius (WV) legte Widerspruch ein. Doch Verfahrensfehler machen diesen unwirksam. ni

An der Neu-Besetzung der Stiftungsgremien - Rat und Vorsand - scheiden sich in Trebendorf die Geister. Das war schon vor vier Wochen so, und daran hat sich auch bis zum Mittwochabend nichts geändert. Während der Ratssitzung in Mühlrose ging es erneut darum. An diesem Abend sollten die berufenen Bürger gewählt werden, die die beiden Gremien vervollständigen.

Doch vorneweg sprach Bürgermeisterin Kerstin Antonius die September-Wahl an. Bereits nach der geheimen Wahl hatte sie ihre Bedenken angemeldet, weil der erfahrene Norbert Struck keine Mehrheiten mehr gefunden hatte, dafür Klaus Rohrbach.

Beim genauen Hinschauen in die Satzung hätten sich die Trebendorfer diese Debatte und nachfolgende Diskrepanzen untereinander ersparen können. Denn es war gar nicht notwendig, nach Ablauf von fünf Jahren neue Ratsmitglieder zu entsenden, hieß es jetzt. Nach den Kommunalwahlen im kommenden Jahr wäre das ausreichend gewesen. Als das herausgefunden wurde, legte die Gemeindechefin umgehend Widerspruch gegen den Ratsbeschluss ein. Die Verwaltung in Schleife informierte die Räte ebenso fristgemäß. Doch wie sich herausstellte, ohne Termin für die Neubehandlung der Sache. Damit hatte sich das Thema Widerspruch erledigt. "Ich habe mit der Verwaltung den Verfahrensfehler ausgewertet und die Angelegenheit auch am 25. September mit dem Gemeinderat besprochen", informierte Kerstin Antonius am Mittwoch. Das Fazit: Die Gemeinde bemüht die Kommunalaufsicht und einen Stiftungsanwalt, um Klarheit zu bekommen. So lange bleibt der alte Vorstand im Amt.

Für Gemeinderätin Annett Röhle der Moment, um ihrem Herzen Luft zu machen. "Ich finde es nicht in Ordnung, wie in der Sache mit Klaus Rohrbach umgegangen wurde. Wir sollten es schätzen, wenn er sich einbringen will", sagte sie. Außerdem sei sie überzeugt, dass der Widerspruch der Bürgermeisterin einen persönlichen Hintergrund hatte und nicht erfolgt wäre, wenn die von der Verwaltung vorgeschlagene Liste gewählt worden wäre. Kerstin Antonius versicherte, dass es nicht persönlich gemeint gewesen wäre. Rohrbachs Enttäuschung war groß und er warf ein: "Nach 30 Jahren im Gemeinderat - hältst Du das für demokratisch?"

Die geheime Wahl von drei berufenen Bürgern in die Stiftungsgremien ging fehlerfrei am Mittwoch ab. Doch auch hier war die Enttäuschung bei zwei Bewerbern groß. Uwe Radtke und Andreas Wölkerling vom Waldweg bewarben sich um die Mitarbeit. Beide wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit und getrennt voneinander von den Räten angehört. Dann entschieden sie, Uwe Radtke mit auf die Liste zu setzen neben Elisa Berndt, Wolfgang Zech, Jens Blatt, Robert Sprejz, Christian Kucher und Heiko Kowalick. Die Wahl fiel auf Berndt, Zech und Kowalick.