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| 19:48 Uhr

Verkehr
Lange Wartezeiten an der Schranke sorgen für Frust

Autofahrer am Mulkwitzer Bahnübergang müssen auch zukünftig relativ lange warten.
Autofahrer am Mulkwitzer Bahnübergang müssen auch zukünftig relativ lange warten. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Am Mulkwitzer Bahnübergang stehen Autofahrer bis zu vier Minuten lang. Stellwerk arbeitet zuverlässig nach Vorschrift. Von Torsten Richter-Zippack

Die Schranken am Bahnübergang an der Staatsstraße 130 zwischen Mulkwitz und Neustadt sind ziemlich oft geschlossen. Bis zu 110 Züge des Bergbauunternehmens Leag queren an dieser Stelle die kürzeste Straßenverbindung zwischen Weißwasser und Hoyerswerda. Das sorft auch für Frust.

Nach Angaben von Leag-Sprecherin Kathi Gerstner können kraft Gesetzes bis zu vier Minuten zwischen dem ersten Aufleuchten der roten Lichtzeichen bis zur Einfahrt des Zuges vergehen. Der zweigleisige Mulkwitzer Übergang wartet lautet Messungen mit Zeiten zwischen 55 und 165 Sekunden auf. Das nervt offensichtlich viele Autofahrer. „So ein Theater, immer diese ewige Warterei hier“, sagt eine Frau mittleren Alters, die ihren Namen nicht nennen will. „Ich muss hier mehrfach am Tag lang. Und meistens stehe ich an diesem Bahnübergang.“

Anlass für die langen Schließzeiten bildet laut Kathi Gerstner das nahe gelegene Stellwerk. „Das bedeutet konkret, dass die relevanten Ausfahrt- beziehungsweise Einfahrsignale erst auf Fahrt kommen dürfen, wenn der Bahnübergang für den Straßenverkehr gesperrt ist“, erklärt sie.  Mehr noch: „Die Länge dieser Sperrzeit wird insbesondere durch den Abstand der Hauptsignale vom Bahnübergang sowie von der Zeit, die ein voll beladener Kohlezug für das Anfahren bis zum Erreichen des Übergangs benötigt, bestimmt.“ Oder anders gesagt, befände sich der Übergang auf freier Strecke, ginge es wahrscheinlich schneller. Eine Verkürzung der Sperrzeiten am Mulkwitzer Übergang ist wegen der örtlichen Gegebenheiten sowie aufgrund der technischen Vorschriften allerdings definitiv nicht möglich.

Die Bahntrasse zwischen Mulkwitz und Neustadt ist Teil der Kohlebahn zwischen Schwarze Pumpe und den Tagebauen in Nochten und Reichwalde. Die dort gewonnene Braunkohle wird ins Kraftwerk sowie in die Brikettfabrik Schwarze Pumpe transportiert. Insgesamt gibt es im Gleisnetz der in der Lausitz bergbautreibenden Leag 58 Bahnübergänge, die mit Lichtzeichen beziehungsweise Halbschranken ausgestattet sind.