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| 12:13 Uhr

Mönau
Unterdörfer-Stein bei Mönau bekommt neue Farbe

Der Unterdörfer-Spruch auf dem Stein soll noch im September restauriert werden.
Der Unterdörfer-Spruch auf dem Stein soll noch im September restauriert werden. FOTO: Torsten Richter-Zippack
Mönau. Bei Mönau erhält ein historischer Stein einen frischen Anstrich. Von Torsten Richter-Zippack

„Die Größe der Welt wird nicht allein nach Kilometern gemessen. Sie liegt in grenzenloser Weise in uns selbst.“ So steht es auf einem Sandstein, der an der Straße von Mönau nach Lieske an der Einfahrt zur Mönauer Pferdekoppel platziert ist. Allerdings präsentiert sich die Schrift ziemlich verwittert. Sie ist daher nur noch schwer lesbar. Das soll sich jetzt ändern. „Demnächst wird eine gute Bekannte von mir die Buchstaben nachzeichnen“, kündigt die Uhyster Heimatfreundin Irmgard Pittke an. Die entsprechende Farbe sei bereits gekauft worden. „Der Stein soll an unseren Dichterförster erinnern“, erklärt Pittke, die mit Unterdörfer einen engen Kontakt pflegte. Am 9. September hatte sich der Todestag des Dichterförsters bereits zum 26. Mal gejährt.

Der Mönauer Stein hat eine Odyssee hinter sich. Ursprünglich befand er sich auf der Mönauer Kreuzung und zeigte dort die Entfernungen in die Nachbarorte an. Im Zuge des Straßenausbaus verschwand das Unikat. Später wurde es am nahen Bielesteich wiedergefunden und mithilfe des Teichwärters geborgen. Um die Jahrtausendwende erfolgte die Aufstellung am heutigen Standort. Damals hatte die Krauschwitzerin Marion Holl den Stein mit dem Unterdörfer-Spruch versehen.

In und um Uhyst existieren insgesamt drei dieser Steine mit Sprüchen des Dichterförsters. Der bekannteste befindet sich vor dem Uhyster Rathaus, ein zweiter am Altraudener Weg und der dritte in Mönau. Dieses Dorf spielt unter anderem in Unterdörfers Buch „Ich möchte einen Kranich sehen“ eine Rolle. „Endlich hoher Septemberhimmel am Mönauer Teichdamm“, schrieb der Künstler kurz vor seinem Tod.

Darüber hinaus existiert rund um Uhyst eine ganze Anzahl von steinernen Wegsäulen, Denkmalen und Grenzsteinen. „Wir hatten diese vor rund 20 Jahren aufgesucht, restauriert beziehungsweise neu aufgestellt“, erinnert sich Irmgard Pittke. Gemeinsam mit Förster Bernhard Jaintsch machte sie sich ans Werk. Zunächst wurde eine alte Landkarte aus dem Jahr 1936 studiert, um die Anzahl und die Standorte zu ermitteln. Dann ging es in Abstimmung mit den Denkmalschützern an die Rekonstruktion. „Manche Exemplare haben wir mit Wasser und Bürste regelrecht sauber gescheuert“, sagt Pittke. Inzwischen könne sie diese teils körperlich schwere Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr leisten. Die 80-Jährige wäre über einen Nachfolger froh. Bislang sei aber noch niemand in Sicht. Auf jeden Fall, so sind sich Pittke und Jaintsch sicher, sollten diese steinernen Zeugen der Nachwelt erhalten bleiben und nicht wieder in Vergessenheit geraten.