Insgesamt 24 Feuerwehranwärter – zum größten Teil aus dem Inspektionsbereich Weißwasser – haben nicht zwei Wochen Winterferien genossen. Vielmehr haben sie sich in einem Kompaktlehrgang über zwei Wochen in Vollzeit die Grundtätigkeiten im Feuerwehrdienst angeeignet. Damit wird den Problemen bei der Nachwuchsgewinnung im Feuerwehrdienst in den Gemeinden etwas entgegengesetzt: In kurzer Zeit werden die jungen Leute für den Feuerwehrdienst fit gemacht.

Schleife

Natürlich hat es sich Kreisbrandmeister Gerd Preußing gemeinsam mit der Lehrgangsleiterin, der Kreisausbilderin Jeannette Hänchen, nicht nehmen lassen, den Lehrgang im Feuerwehrgerätehaus in Rietschen feierlich zu eröffnen. In der Regel findet der Lehrgang nämlich ausschließlich am Wochenende statt. Nach einem anstrengenden Schul- oder Arbeitstag geht dann der Unterricht bis 22 Uhr und Samstag über den gesamten Tag.

Dieser Lehrgang zieht sich dann über mindestens sechs zusammenhängende Wochenenden, informiert Jeannette Hänchen. Zeit, die viele vielleicht lieber mit der Familie oder den Freunden bringen wollen.

Künftige Feuerwehrleute müssen viel lernen

Unter der Leitung von Jeannette Hänchen und ihrem Ausbilder-Team Matthias Woithe, Wilfried Reckusch, Michael Schäfer sowie Karsten und Doreen Fuchs sowie Arne Püschel aus Rietschen wurde vormittags die Theorie gepaukt, und am Nachmittag stand die praktische Ausbildung auf dem Lehrplan.

Die Themen sind vielfältig, die Feuerwehrleute drauf haben müssen: Rechtsgrundlagen, Unfallverhütung, Gefahren an der Einsatzstelle, die Gruppe im Löscheinsatz, Technische Hilfeleistung. Fahr-zeug- und Gerätekunde standen ebenso auf dem Lehrplan.

Zu Letzterer unterstützte die Feuerwehr des Truppenübungsplatzes Oberlausitz (Tüp) Haide mit drei Fahrzeugen die Feuerwehranwärter. Sandro Spaude, stellvertretende Leiter der Tüp-Feuerwehr, stellte dazu die Feuerwehr, den Truppenübungsplatz, ihren Ausrückebereich sowie die Einsatztechnik und die Taktik vor. Ebenso hat er sich die Zeit genommen und hat alle nach Haide eingeladen, wo er nach Unterrichtsende die Räumlichkeiten und weitere Fahrzeuge vorgestellt hat.

Der praktische Teil des Lehrganges besteht aus dem Anlegen von Knoten und Stichen, dem Löschangriff, dem Sichern der Einsatzstelle, der ersten Hilfe, dem Retten von Personen sowie der Leiter- und Schlauchkunde, berichtet Jeannette Hänchen weiter. In Rietschen sind dafür gleich mehrere Objekte zum Schauplatz der Übungen geworden: das Feuerwehrgerätehaus, das Gelände des Bauhofes sowie das Fema-Gelände an der Freien Schule. „Dafür danken wir der Gemeinde Rietschen herzlich“, sagt Jeannette Hänchen.

Jugendliche unterstützen nun ihre Heimatwehren

Das Durchschnittsalter der Lehrgangsteilnehmer liegt bei 21 Jahren. Knapp die Hälfte kam aus der Jugendfeuerwehr, die Jüngsten sind gerade erst 16 Jahre jung geworden. „Erfreulich ist auch, dass sieben Feuerwehranwärterinnen teilgenommen haben“, sagt die Ausbilderin. Nach der theoretischen und praktischen Prüfung, welche den Abschluss des Lehrgangs bilden, sind viele schon jetzt für Folgelehrgänge angemeldet.

Sie besuchen beispielsweise ab März den Sprechfunker- und den Atemschutzgeräteträgerlehrgang. „Die Kommunen können stolz auf ihre neuen Kameraden sein“, hebt Jeannette Hänchen besonders vor, „die Kameradschaft, die Einsatzbereitschaft und die Disziplin haben alle vorbildlich in den zwei Wochen gelebt, was in der heutigen Zeit nicht immer so selbstverständlich ist.“