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Stahlwerker geben ihre Taktik auf

Ostsachsenklasse. Da die A-Jugend parallel in Zittau spielte, ist die II. Mannschaft diesmal mit Spielertrainer Uwe Holubek angetreten. Uwe stand gleichzeitig als Ersatz für Mark Mrusek bereit, der sich beim Training am Donnerstag eine Verletzung zugezogen hatte. S. Werner

Trainer Holubek probierte etwas Neues: Von Anfang an wurde offensiv gedeckt. Mit eher mäßigem Erfolg, denn die Zuordnung klappte einfach nicht, und mancher Spieler schien erst einmal verwirrt.

Das alles führte dazu, dass die Taktik nach vier Minuten aufgegeben wurde. So kam Obergurig gut ins Spiel, eigentlich das, was man verhindern wollte. Auch die bekanntlich massigen Aufbauspieler der Gäste bekam man einfach nicht in den Griff. So spielte der Tabellenzehnte Obergurig hier seinen Stiefel herunter. Rietschen bekam einfach den Ball nicht ins Netz. Entweder scheiterte man am starken gegnerischen Torhüter oder hämmerte Dellen ins Aluminium. Der Halbzeitstand von 12:18 zeigt eindrucksvoll, wie desolat die erste Halbzeit war. Dementsprechend war auch die Stimmung in der Kabine aufgeheizt und gereizt. Die neue "offensive Deckungs-Taktik" wurde gekippt und auf die konditionelle Überlegenheit gesetzt.

Einen Start nach Maß konnte man den Beginn der zweiten Halbzeit trotzdem bei weitem nicht nennen. Während die Gäste den ersten Treffer erzielten, scheiterte Kevin Mießler frei am Torwart der Gäste. Auf der Bank sah man einen nach dem anderen die Haare raufen. Beim Stand von 14:20 war dies gerechtfertigt.

Jetzt konnte Stahl aufdrehen, und die Aufholjagd begann. Nach zwölf Minuten in der zweiten Halbzeit war der Rückstand endlich egalisiert. Ab jetzt war es reine Nervensache, wobei es keiner der beiden Mannschaften gelang, sich abzusetzen. Den Schiedsrichtern saßen die Strafen jetzt sehr locker. So hagelte es innerhalb kurzer Zeit Zwei-Minuten-Strafen, sodass Obergurig teilweise nur mit drei Mann agierte. Es wurden auf beiden Seiten aber auch Strafen verteilt, die total unnötig und überzogen waren.

Die letzten Minuten gestalteten sich sehr spannend. Beim Stand von 25:25 war alles noch offen. Obergurig nahm die Auszeit. Beim darauffolgenden Angriff kamen die Gäste sogar zum Torerfolg, den die Gastgeber wiederum kontern konnten. In der letzten Sekunde wurde der Ball nochmals in Richtung des Tores von Obergurig gebracht, doch der Schlusspfiff erstickte die Freudenrufe, denn er kam zwei Sekunden zu früh.

Das Aluminium hat viel zu oft gescheppert. Eine Sieben-Meter-Quote von 50 Prozent ist eindeutig zu wenig.

Nächste Woche hat die Zweite spielfrei. Der Verein hofft jedoch, dass sich viele Gäste in Schleife zum Pokalkracher der I. Männermannschaft einfinden. Der nächste Gegner der II. Männermannschaft heißt Vfl Bischofswerda. Da müssen dann wieder zwei Punkte her. Mit dem jetzigen Ergebnis sollte man zufrieden sein, denn Obergurig hätte hier durchaus als Sieger vom Platz gehen können.

Rietschen: Uwe Holubek und Daniel Junge im Tor,

Carsten Retz (8), Bernd Hilke (5), Steffen Hilke (2), Hans-Jörg Mühle (3), Henrik Schmidt (1/1), Felix John (2), Kevin Mießler (1/2), Sebastian Werner, Martin Walter