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| 14:45 Uhr

Kromlau
Staffelübergabe und neuer Rundweg

Jede Menge freiwilliger Helfer entfernen auf der Insel im Inselteich Unkraut und legen neue Gießscheiben für die Azaleen an.
Jede Menge freiwilliger Helfer entfernen auf der Insel im Inselteich Unkraut und legen neue Gießscheiben für die Azaleen an. FOTO: Richter-Zippack, Torsten
Kromlau. Über 100 Freiwillige legen beim 16. Kromlauer Parkseminar Hand an. Zudem gibt es in der Führung einen Generationswechsel. Von Torsten Richter-Zippack

Einen Paukenschlag hat es während des 16. Kromlauer Parkseminars gegeben. Der bisherige Leiter Prof. Siegfried Sommer, gemeinsam mit Rudolf Schröder und Fritz Nowusch einer der Väter der Veranstaltung, hat den Staffelstab an seinen Nachfolger Dr. Heiko Liske übergeben. Liske, Landschaftsarchitekt, ist ein Schüler von Prof. Sommer (86), der sich aus Gesundheitsgründen zurückzieht. Organisiert werden die Parkseminare vom örtlichen Umweltausschuss unter Leitung von Uwe Horbaschk.

„Ohne unsere Arbeit gliche das rund 200 Hektar große Ensemble heute eher einem Urwald als einem Park“, resümiert Siegfried Sommer. Nur mit regelmäßiger Pflege lasse sich der Park auf Dauer erhalten. Weit über 100 freiwillige Helfer rücken aus diesem Grund jungen, störenden Bäumchen zu Leibe. „Vor allem die kleinen Roteichen, Robinien und Weymouthskiefern müssen raus“, ordnet der frühere technische Leiter des Botanischen Gartens Dresden, Rudolf Schröder, an. Der Experte erklärt, dass Weymouthskiefern ursprünglich aus Nordamerika stammen und fünf statt zwei Nadeln an ihren Kurztrieben aufweisen. „Sie wachsen hier wie Unkraut“, resümiert Schröder. „Deshalb raus damit.“

Eine weitere Plage im Park ist das Unkraut. Insbesondere der Zweizahn mit seiner extrem hohen Samenproduktion sorgt für Verdruss. Daher müssen alle diese Pflanzen sorgfältig entfernt werden. Stattdessen bringen die Helfer Waldsimsen, ein Grasgewächs, und Farne ein, die die Unkräuter ausdunkeln sollen.

In diesem Jahr konzentrieren sich die Arbeiten um den Inselteich. Neben der Unkrautbeseitigung werden die dort vor einigen Jahren gepflanzten Azaleen gepflegt. „Wir legen Baumscheiben an, damit dort das Wasser tatsächlich den Gehölzen zugutekommt“, erklärt Rudolf Schröder. Der Experte staunt, wie gut die Gewächse den Dürresommer 2018 überstanden haben. „Das verdanken sie dem regelmäßigen Gießen“, erklärt der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack.

Darüber hinaus haben die Parkhelfer begonnen, einen zugewachsenen und teilweise kaum mehr im Gelände erkennbaren Weg freizulegen. Dieser soll als Rundweg um den Inselteich begehbar sein. Zudem wird demnächst eine neue Brücke über das Gewässer errichtet. „Damit ist diese Verbindung vollendet“, kündigt Noack an.

Insgesamt werden derzeit über drei Millionen Euro in den Kromlauer Park investiert. So soll neben der Inselteich-Brücke noch in diesem Jahr die Erneuerung des Wegenetzes starten. Außerdem entstehen ein Infopunkt mit einer barrierefreien Toilette sowie ein Mehrgenerationenspielplatz am Herrenhaus. Außerdem soll der Anbau am Herrenhaus mit diesem wieder zu einer Einheit verschmelzen. Nicht zuletzt planen die Kromlauer, das Kavaliershaus am Parkeingang als Feriendomizil und Hochzeitssuite umzugestalten. Und in naher Zukunft beginnt auch die Sanierung der maroden Rakotzbrücke, dem Wahrzeichen des Parks.

Die Helfer sind mit großem Enthusiasmus bei der Sache. Extra aus Guteborn bei Ruhland ist Frank Schäfer nach Kromlau angereist. „Wir wollen am Guten Born, unserer Quelle, eine ähnliche Pflegeaktion starten. Da will ich mir hier das nötige Handwerkszeug holen“, erklärt er seine Intention.

Der langjährige Leiter der Parkseminare, Siegfried Sommer (r.), diskutiert hier mit dem Vorsitzenden des Gablenzer Umweltausschusses, Uwe Horbaschk.
Der langjährige Leiter der Parkseminare, Siegfried Sommer (r.), diskutiert hier mit dem Vorsitzenden des Gablenzer Umweltausschusses, Uwe Horbaschk. FOTO: Richter-Zippack, Torsten