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Stadtwald ist im guten Zustand

Der Wald zwischen Tagebau Nochten und Weißwasser bleibt bestehen und wird nach und nach verjüngt.
Der Wald zwischen Tagebau Nochten und Weißwasser bleibt bestehen und wird nach und nach verjüngt. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. "Ihr Stadtwald ist in gutem Zustand", hat Jörg Moggert von Sachsenforst den Weißwasseranern während der jüngsten Sitzung des Stadtrates erklärt. Moggert hatte sich gemeinsam mit Weißwassers Revierförster Matthias Kruner bereits vor gut drei Jahren an die Aufgabe gemacht, ein Gutachten für Waldflächen rings um Weißwasser zu erstellen, die im städtischen Besitz sind. Christian Köhler

Der Gesetzgeber schreibt nämlich vor, dass alle zehn Jahre ein sogenanntes Betriebsgutachten für die etwa 57,1 Hektar großen kommunalen Forstflächen in Weißwasser erstellt werden muss. Darin enthalten sind die Pläne für das kommende Jahrzehnt.

"Dabei geht es darum, eine mittelfristige Planung für den Forstbestand zu erarbeiten, die gewinnorientiert und möglichst nachhaltig ist", erläuterte Jörg Moggert. Dafür hatten die Fachleute zunächst eine Waldinventur durchgeführt, die die jeweiligen Baumarten, das Alter der Bestände oder Stammumfänge umfasste. "Die Altersstruktur des Waldes ist gut", berichtete der Forstwirt. So liege ein gutes Mischungsverhältnis vor: Auf sechs Hektar wachsen Bäume, die zwischen einem Jahr und 20 Jahren alt sind. Auf gut 32 Hektar sind sie zwischen 41 und 120 Jahre alt. Mit mehr als 72 Prozent ist die Kiefer die vorherrschende Baumart in Weißwassers Wäldern. Birken als zweithäufigste Baumart machen nur 14 Prozent aus.

Der städtische Wald in Weißwasser ist zudem sehr zergliedert und verfügt nicht über eine zusammenhängende Fläche. So befindet sich ein Großteil des Forstes im Süden an der Tagebaukante in Richtung Trebendorf und Boxberg. Zahlreiche kleinere Waldflächen liegen am Qualisch, am Braunsteich und am Ortsausgang in Richtung Halbendorf.

"In den kommenden zehn Jahren ist nun vorgesehen, etwa 19,2 Hektar der Gesamtfläche des Waldes durchzuforsten", erläuterte Jörg Moggert. Dafür ist ein Kahlhieb nicht vorgesehen, da der kommunale Wald am Tagebau Nochten vor allem die Aufgabe habe, bewohnten Gebieten Schutz vor Lärm und Staub zu geben. Stattdessen sei vorgesehen, den Baumbestand in dieser Region auszudünnen und zu verjüngen, sodass alte und neue Pflanzen auf einer Fläche zusammenstehen. "Die Fachleute nennen dieses Vorgang Femelhieb", berichtete Moggert.

Auf Grundlage der Ergebnisse und der gegenwärtigen Holzpreise errechneten die Förster, dass der Wald der Stadt Einnahmen von etwa 55 000 Euro insgesamt in den kommenden zehn Jahren bringen wird. Wenn die Kosten für Pflegemaßnahmen, der Verkehrssicherungspflicht auf Waldwegen oder die Ausgaben für Neupflanzungen abgezogen werden, bleiben unter dem Strich aber nur 21 200 Euro übrig.

Stadtrat Hartmut Schirrock (Wir für Hier) erkundigte sich nach dem Zustand der Waldwege. "Weil der Stadtwald sehr zersplittert ist, gibt es viele Berührungspunkte mit Wegen, die nicht der Stadt gehören", erklärte Matthias Kruner. Insgesamt seien die Wege jedoch in gutem Zustand. Es komme aber hin und wieder vor, dass im Wirtschaftswald Waldwege nicht wieder instand gesetzt werden, nachdem schwere Technik zum Einsatz kam, erläuterte Kruner. Grundsätzlich müsse eine Wegebenutzung bei dem jeweiligen Eigentümer beantragt werden. "Man muss erst einmal klären, wem der Weg gehört", gibt Kruner zu verstehen.

Der Stadtrat stimmte einstimmig für den Zehnjahresplan für den kommunalen Wald.