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Stadtrat will Tag der Sachsen ab 2018

Rico Jung
Rico Jung FOTO: dpr
Weißwasser. Mit einem mehrheitlich gefassten Beschluss hat sich der Stadtrat von Weißwasser am gestrigen Mittwochabend dazu bekannt, den Tag der Sachsen ein zweites Mal in der Stadt auszutragen. Als der früheste mögliche Termin wurde das Jahr 2018 festgehalten. Daniel Preikschat

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) hatte Ende Februar vom Stadtrat eine Hausaufgabe aufbekommen. Seine Verwaltung sollte bei der Geschäftsstelle Tag der Sachsen anfragen, wann das Großereignis in Weißwasser wieder stattfinden könnte. Er habe dort gleich angerufen, sagte Pötzsch. "Damit es schneller geht." Die Antwort aus Dresden: Bis 2017 seien die Termine bereits vergeben. Eine Willensbekundung reiche aber aus, um für einen Termin ab 2018 berücksichtigt zu werden.

Ihren Willen bekundeten die Stadträte noch am Mittwoch dann auch ziemlich prompt. Dazu musste ein bereits vorliegender Antrag der Fraktion Klartext nur an einer Stelle leicht verändert werden. In der Ursprungsvariante hieß es noch, dass die Stadtverwaltung alle Anstrengungen unternehmen möge, den Tag der Sachsen im Jahr 2016 oder 2017 in Weißwasser erneut auszutragen. Entsprechend der Auskunft aus der Geschäftsstelle wurde kurzerhand umformuliert: Statt "im Jahr 2016 oder 2017" heißt es nun "ab dem Jahr 2018".

14 Stadträte stimmten dem auf Antrag Timo Schutzas (Klartext) zu, nur drei sagten Nein. Dabei ging es in der Diskussion nur noch ein Mal kurz um die Kostenbelastung für Weißwasser. Rico Jung, Leiter des Referates Finanzen, hatte dazu die Zahlen aus dem Jahr 2005 vorgeholt. Damals hatte der Tag der Sachsen Weißwasser 982 000 Euro an Ausgaben und 865 000 Euro an Einnahmen beschert.


Goldgrube für den Einzelhandel

Die Differenz von 117 000 Euro nahm Karl-Heinz Kittan (CDU) zum Anlass, auf die Ende November 2013 beschlossene Prioritätenliste mit geplanten Investitionen bis zum Jahr 2019 von jeweils mehr als 100 000 Euro hinzuweisen. Das Projekt Tag der Sachsen hätte dort mit reingehört. Auch Heinz Schreiber (Linke) machten die Kosten Kopfzerbrechen.

Jung selbst war es, der auch auf die hohen Einnahmen für den Einzelhandel am Tag der Sachsen vor neun Jahren aufmerksam machte. Fast 300 000 Menschen kamen damals in die Stadt und hätten hier gegessen, übernachtet und eingekauft.

Auf den immateriellen Wert der renommierten Veranstaltung wies nochmals Henry Kossack (CDU) hin: "Das war gigantisch für die ganze Region." Es gehe bei dem Beschluss heute nur darum, zu signalisieren, dass die Stadt hinter dem Projekt stehe.

Horst Mäder (Klartext) bekräftigte: "Warum jetzt schon in die Details gehen." Die Option abzusagen, habe Weißwasser immer noch, sollten sich gute Gründe dafür ergeben. Es sei zu früh, sich zu zanken. Ein ausgearbeitetes Konzept kann folgen, zunächst gehe es nur um die Willensbekundung, sagte auch Schutza.

Hartmut Schirrock (Wir für Hier) erinnerte darüber hinaus an die halbe Million Euro Fördermittel, die Weißwasser 2005 als Ausrichter des Tags der Sachsen bekommen habe. Unter anderem sei das Geld für den Gehwegebau genutzt worden. So könne es bei einem zweiten Tag der Sachsen auch wieder laufen.

Kooperation mit dem Umland

Wie schon bei der Diskussion zum Thema Ende Februar riet Timo Schutza, die Umlandgemeinden mit ins Boot zu nehmen. Es sei besser, wenn die ganze Region einen Tag der Sachsen will und sich mit Angeboten beteiligt. Bei den regelmäßig stattfindenden Bürgermeisterkonferenzen könne der Oberbürgermeister das ansprechen. So bekam Pötzsch gleich die nächste Hausarbeit auf.