Die Situation in der städtischen Kindertagesstätte Ulja treibt die Eltern um. Sandra Trause und Manuel Wisotzky vom Elternrat der Einrichtung waren deshalb in den Stadtrat in Weißwasser gekommen. Auf den Traversen der Turnhalle an der Lutherstraße – wegen der Coronaverordnung hatte der Rat dort tagen müssen – erhofften sie sich Informationen zum Stand der Sanierungsplanung und Antworten auf manches Problem mehr.

Doch diese Hoffnung schlug um in Fassungslosigkeit. Die Eltern fühlten sich als Zuschauer in einem Trauerspiel.

Eltern stellen im Februar zur Lage in Weißwasseraner Kita

Ein kurzer Blick zurück: In der Februarsitzung hatte Sandra Trause die Gelegenheit genutzt, um sich Luft zu machen und all die Probleme am Bau- und Reinigungszustand der Kita sozusagen auf den Tisch zu packen. Weil dieses Möglichkeit im Stadtrat Einwohnerfragestunde heißt, bat sie der Oberbürgermeister, all die Probleme in Fragen umzumünzen. Fünf Fragen gingen am Morgen nach der Ratssitzung via Mail in Rathaus. Also am 26. Februar.
Weil durch Corona keine Ratssitzung mehr möglich war, wollten die Eltern nun im Juni die Antworten hören. Doch im Rat gab es nicht eine einzige. Viel mehr gab der OB zu, dass ihm die Fragen vorliegen. Der Bauamtsleiter Thomas Böse hatte sie nicht, wie er sagte.

Verwaltung: Eltern in Weißwasser sollen Antwort erhalten

Wie Wulf Stibenz, Referent des Oberbürgermeisters, versichert, ist man sich klar darüber, dass die Fragen noch auf eine richtige Antwort warten. „Die Fragesteller erhalten direkt von uns die Antworten, ebenso die Kitaleitung“, unterstreicht Stibenz.
Eines der Probleme, auf die die Eltern in der Juni-Sitzung noch mal den Finger gelegt haben, ist die Reinigungsleistung in der Kita. Jeden Morgen schickt Sandra Trause Bilder ins Rathaus, wie die Putzleistungen erbracht worden sind oder eben auch nicht. Das fragen sich die Eltern natürlich zurecht, wie das zu den ganzen Hygienevorschriften in Sachen Corona passen soll.
Auf Nachfrage der Rundschau heißt es dazu: „Die Stadtverwaltung ist betreffs der Reinigungsleistung und -qualität im fortlaufenden Austausch mit der beauftragten Firma und der Kita. Es gab Vor-Ort-Begehungen, Tests und Hinweise.“ Zu dem Stand des Vertrags, Gesprächen zu weiteren Entscheidungen diesbezüglich und dem internen Austausch, werde die Stadtverwaltung keine Auskunft geben. „Hier befinden wir uns in einer Zone zwischen Datenschutz, laufenden Verträgen und Interna, welche zum Schutz Dritter nicht nach außen gehen“, so Wulf Stibenz.