Von Regina Weiß

Sportpark gegen Freizeitpark. Sportpark gegen Kohlestauplatz. Auf die kurze Quintessenz könnte man die Diskussion in Weißwasser knapp zusammenfassen. Dabei ist das wahrscheinlich zu kurz gesprungen.

Diskutiert wird das Thema bereits seit Monaten. Doch in der jüngsten Stadtratssitzung hat es neues Futter bekommen. Zum einen verkündete Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext), dass am 12. Mai der Sportpark im Rahmen des 16. Weißwasseraner Mannschaftslaufes eröffnet wird. Zum anderen erklärte Stadträtin Kathrin Jung (SPD), wie weit sie mit ihren Bemühungen ist, um dem Kohlestauplatz zu einem neuen Spielgerät zu verhelfen. Und als dritte im Bunde erlebte Bürgerin Linda Knaack ihre Premiere bei der Bürgersprechstunde.

Aufgeregt sei sie, gibt sie später unumwunden zu. Doch sie tritt ans Mikro, weil sie der Zustand des Freizeitparks am Stadtrand von Weißwasser umtreibt. Als moralische Unterstützung hat sie sich junge Muttis aus Weißwasser mitgebracht, die mit Kind und Kegel ebenfalls dieses schöne Fleckchen Erde nutzen. Obwohl schön relativ ist. Denn das Spielangebot hat sich über die letzten Jahre doch erheblich reduziert. Hintergrund ist, so hieße es schon im März vor einem Jahr: Was den Freizeitpark angeht, werde dort nichts mehr groß repariert, da sich Weißwasser laut Stadtratsbeschluss auf die Freizeitanlagen im Sportpark konzentrieren will. Weißwasser schrumpft. Demzufolge werden die Angebote gebündelt. Eine einsame Schaukel kündet im Freizeitpark davon. „Es wäre schön, wenn sie die zweite Schaukel wieder aufhängen würden“, sagt Linda Knaack. Nach wie vor werde das Gelände am Stadtrand von Weißwasser nämlich gern genutzt. Es ist im Grünen, die nächste Straße ein Stück weit weg, so dass die Kleinen auch mal flitzen können, ohne dass die Muttis gleich aufspringen müssen. Das Gelände lässt auch zu, dass einfach mal rumgebolzt werden kann. Und noch einen Vorteil schätzen die Muttis: Der Besuch im Freien mit den Steppkes kann auch mit der Runde mit dem Hund verbunden werden. Das alles spreche nach wie vor für den Freizeitpark und nicht unbedingt für den Sportpark. Kathrin Jung und Timo Schutza (Klartext) hören sich das nach dem Ende der Ratssitzung aufmerksam an. Schutza bringt als Möglichkeit die Gründung eines Fördervereins ein, der sich dann um das Gelände am Freizeitpark kümmern könnte. Denn Fakt ist, Weißwasser kann sein Geld nur einmal ausgeben.

So soll am Kohlestauplatz ein neues Spielgerät aufgebaut werden. Im Februar war dazu im Stadtrat grundsätzlich diskutiert worden. Da wurde entschieden, den Topf mit der gesonderten Projektförderung für die Aufwertung des Spielplatzes zu nutzen. Das Geld dafür stammt von den Leag-Mitteln. Zwischenzeitlich hat Kathrin Jung Nägel mit Köpfen gemacht und zu einer Beratungsrunde eingeladen. Zu den Experten, so Jung im Stadtrat, gehörten auch Kinder. Man habe sich für ein hochwertiges Klettergerüst entschieden. Die Kombination bietet Türme, Treppe, Rutsche und ein Kletternetz. Und ist aus Polyethylen gefertigt. Diesem Material wird bessere Eigenschaften als Holz zugeschrieben. Es geht bei allem auch um die Haltbarkeit der Anlage. „Ich denke, es macht einen stabilen Eindruck. Ich freue mich, wenn es in die Ausschreibung geht“, so die Stadträtin. Mit den veranschlagten 20 000 Euro sei man auch innerhalb des Budgets.

In dem Zuge äußert Kathrin Jung noch eine Bitte. Eine Netzschaukel soll noch im Bestand des Wirtschaftshofes sei. Diese war am Kohlestauplatz abgebaut worden. „Es wird ausdrücklich gewünscht, dass diese dort wieder aufgebaut wird.

Alle Infos rund um dem Mannschaftslauf am 12. Mai unter www.stadtsportverband-wsw.de