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Stadt versorgt Afos mit Aufträgen

Ein-Euro-Jobber, wie hier am Braunsteich, setzen Wesda und Afos in Weißwasser nur noch ergänzend für Hilfsarbeiten ein.
Ein-Euro-Jobber, wie hier am Braunsteich, setzen Wesda und Afos in Weißwasser nur noch ergänzend für Hilfsarbeiten ein. FOTO: Weiß
Weißwasser. Die ehemalige Beschäftigungsgesellschaft Wesda und ihr Tochterunternehmen Afos gehen neue Wege und wollen als Dienstleistungsunternehmen in die schwarzen Zahlen kommen. Der Hauptgesellschafter, die Stadt Weißwasser, unterstützt diesen Prozess mit Auftragvergaben. Daniel Preikschat

Das Kürzel Afos steht ursprünglich für Arbeits- und Integrationsförderung Ost sachsen. Doch Geschäftsführerin Anja Richter hört das gar nicht mehr so gern. Denn seit sie vor gut drei Jahren das Ruder nicht nur bei der Afos, sondern auch bei der Muttergesellschaft Wesda übernommen hat, geht es nicht mehr in erster Linie darum, Hartz IV-Empfänger mithilfe staatlicher Finanzhilfe für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Beide Gesellschaften, sagt sie, sollen zu Dienstleistungsunternehmen umgebaut werden und dabei den städtischen Bauhof entlasten. Ein-Euro-Jobber werden nur noch ergänzend zu Hilfstätigkeiten herangezogen.

Diese Entwicklung ausgelöst hatten Anfang 2011 die drastisch reduzierten Projektkosten für Ein-Euro-Job-Maßnahmen. Wesda und Afos, auf solche Projekte spezialisiert, gerieten daraufhin wirtschaftlich ins Schlingern. In der Folge diskutierten die beiden Gesellschafter, die Stadt Weißwasser und die Gemeinde Rietschen, über die Zukunft beider Gesellschaften. Da man unterschiedlicher Auffassung darüber war, einigten sich beide Kommunen darauf, dass Weißwasser Alleingesellschafter wird. Die Gemeinde Rietschen wurde entsprechend ihrer Anteile mit Anlagevermögen und technischem Gerät abgefunden.

Im Stadtrat sah man für die Wesda als rein Weißwasseraner Unternehmen die wirtschaftlich besseren Perspektiven. Dazu passen zwei Auftragsvergaben, die kürzlich im Haupt- und Finanzausschuss grünes Licht bekamen. Zum einen "Grünpflege, Reinigung und Winterdienst auf dem Friedhof" für 108 000 Euro, zum anderen "Grünpflege im Stadtgebiet" für 65 000 Euro plus Bedarfsleitungen für 11 287 Euro.

Beide Aufträge bekam die Afos im Rahmen eines sogenannten Inhouse-Geschäftes. Dabei dürfen Kommunen öffentliche Aufgaben ohne Ausschreibung freihändig vergeben. Nicht zuletzt auch dank solcher Aufträge hofft Anja Richter, Wesda und Afos wieder in die schwarzen Zahlen bringen zu können. In diesem Jahr, sagt sie, werde es wohl noch nicht klappen. Für das Jahr 2015 jedoch sei dies angestrebt.

Der Geschäftsführerin ist klar, dass sowohl andere Grünpflegefirmen als auch die Bürger sehr kritisch auf die Qualität der abgelieferten Arbeit schauen werden. Bange sei ihr dabei aber nicht. Beide Unternehmen seien nunmehr innerbetrieblich umstrukturiert worden. Die sechs beziehungsweise sieben Festangestellten seien Facharbeiter, die selbst die Arbeiten ausführten. In der Verwaltung seien nur noch ein, zwei Leute beschäftigt. Früher sei es eher umgekehrt gewesen.