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Stadt trennt sich von eigenen Garagen

Die Garagen im hinteren Bereich des Kiefernweges in Weißwasser sollen nicht weiter vermietet werden.
Die Garagen im hinteren Bereich des Kiefernweges in Weißwasser sollen nicht weiter vermietet werden. FOTO: Chr. Köhler
Weißwasser. Baureferatsleiter Thomas Böse hat in dieser Woche ein Konzept für die etwa 1900 Garagen im Eigentum der Stadt Weißwasser vorgestellt. Während weniger als die Hälfte bleiben soll, wird ein Großteil nach und nach abgerissen. Christian Köhler

Der Leerstand in Weißwassers Garagen ist kaum zu übersehen. Immer mehr der gut 1900 Garagen sind ungenutzt und dementsprechend in schlechtem Zustand. "Es kommen fast täglich Kündigungen für Garagen zu uns ins Haus", erklärte Baureferatsleiter Thomas Böse während der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Gleichzeitig kämen natürlich auch Anfragen für Neuvermietungen oder für dringend nötige Reparaturen.

Um der sinkenden Nachfrage sowie der demografischen Entwicklung innerhalb der Stadt Rechnung zu tragen, hat die Stadtverwaltung ein Konzept erarbeitet, wie sie künftig mit den unzähligen Garagen in Weißwasser umgehen will. Immerhin, so Thomas Böse, seien die Mittel für die Herrichtung und Instandsetzung der Unterstellmöglichkeiten für die Weißwasseraner Fahrzeuge vonseiten der Stadt gering.

Gleichzeitig beobachte die Verwaltung aber auch, dass es für einige Standorte eine große Nachfrage gibt, während andere stetig an Bedeutung verlieren. "Besonders stark werden Garagen an der Werner-Seelenbinder-Straße, an der Bertolt-Brecht-Straße oder am Friedhof nachgefragt", so Böse. Auch wenn an Letzteren, wie der Referatsleiter unumwunden zugab, Instandsetzungsarbeiten erfolgen müssten, sollen die Garagenkomplexe grundsätzlich erhalten bleiben. (Weitere Komplexe, die Bestand haben sollen, sind in der Karte rot markiert.)

Andere Garagenkomplexe - vor allem am Stadtrand und an bereits zurückgebauten Wohnvierteln - dagegen könnten zwar weiter vermietet werden, Geld soll jedoch nicht mehr investiert werden. Das sind etwa Komplexe wie die am Halbendorfer Weg, Am Qualisch, an der Schillerstraße/Brentanoweg oder am Stadtrand an der Georg-Beck-Straße/August-Bebel-Straße "Wir wollen dort keine weiteren Investitionen tätigen", sagt Thomas Böse, "aber wir würden die Garagen, wenn Bedarf da ist, wieder vermieten."

Nicht mehr weiter vermieten und eines Tages abgerissen werden sollen Garagen wie etwa die am Kiefernweg, an der Jahnstraße beim alten Friedhof oder am Kromlauer Weg.

Hans-Eckhard Rudoba, sachkundiger Bürger im Ausschuss, wollte in diesem Zusammenhang wissen, was aus den Arealen wird, wo zurückgebaut werden soll. "Immerhin sind ja einige Flächen betroffen", sagte er. Am Kromlauer Weg, so führte Böse weiter aus, sei die Antwort recht einfach: Dort sollen künftig Eigenheimstandorte entstehen. Am Wagenfeld-Ring im hinteren Bereich oder am Kiefernweg soll dagegen Wald wachsen.

Gleichzeitig nutzte Thomas Böse die Ausschusssitzung dazu, auf Probleme aufmerksam zu machen: In einigen Garagenkomplexen nämlich sei die Stadtverwaltung nur zum Teil der Vermieter. So seien etwa in einer Garagenreihe in der Mitte einige private Nutzer. "Das macht es oft sehr schwierig, Instandsetzungsarbeiten vorzunehmen oder auch nur eine durchgehende Dachrinne zu erneuern", erklärt der Bauamtschef. Auch gebe es Probleme, wenn ein privater Nutzer das Dach nicht ordnungsgemäß in Schuss hält, sodass beim Nachbarn - der eine von der Stadt vermietete Garage hat - Wasser eindringt.

Den Ausschussmitgliedern zeigte Thomas Böse darüber hinaus Fotografien von Garagenkomplexen, deren Zustand sehr schlecht ist. Auch "abenteuerliche Elektroinstallationen" zeigte der Referatsleiter. So habe beispielsweise ein Nutzer den Strom für seine Garage über das Dach und durch den Regenabflusschacht von einer anderen bezogen. "Das ist der Grund, warum wir davor warnen, Strom über Umwege in die Garagen zu legen", sagte Thomas Böse in diesem Zusammenhang.

Unterdessen hat die Stadtverwaltung bereits mehrere Garagen in Weißwasser abgerissen. Vor allem an der Jahnstraße wurden mehrere zurückgebaut. Dort soll künftig Platz für die Sanierung der Straße geschaffen werden, hieß es weiter.