Da eine Hexe, hier ein Zombi – Geisterherz, was willst Du mehr? Endlich kamen alljene, die sonst ja in der Unterwelt verborgen sind, ans Muskauer Tageslicht. Meine Herren, war das herrlich gruselig. Nichts für Angsthasen. Als hätten die Bad Muskauer und die vielen Narrenfreunde aus der Region nur auf so einen Moment gewartet, jubelten sie vom Straßenrand aus der vorbeiziehenden Spuk-Gesellschaft zu. Diese hatte sich verdammt viel Mühe gegeben, wollte anscheinend mit ihrem schrillen Aufzug Panik verbreiten. Überdimensionale Spinnen, schaurigschöne Sargträger, längst Totgeglaubte, Poltergeister und Gespenster engros gaben sich hier ein Stelldichein zwischen ganz normalen winkenden Prinzenpaaren und tanzenden Funkengarden.
Pünktlich um 14 Uhr hatte sich der bunte Zug von der Bahnhofstraße aus in Bewegung gesetzt. Polizisten sorgten dafür, dass dieser freien Weg bis zum Marktplatz hatte. An der Spitze der 15 Festwagen und einiger Fußtruppen die Bad Muskauer Tollitäten Prinz Jupp der 53. und seine Lieblichkeit Prinzessin Caroline, die dem Volk wieder und wieder zuwinkte und vor allem die Kinder mit ihrem Bonbonregen verwöhnte. Katrin, Benny und Susi aus Krau schwitz kehrten ebenso mit vollen Taschen heim wie Erik aus Bad Muskau oder seine Cousine Hanna aus Cottbus.
Mit am Straßenrand stand auch Kurt Oelmann. „Ich war hier in Bad Muskau 1958 Jupp, der 4. Es ist immer wieder schön solche begeisterungsfähige Menschen zu sehen“ , freute sich der Bad Muskauer, dass der Umzug so gut bei den Zuschauern ankam.
Ähnlich erging es Melanie Brendel auf dem Marktplatz, und sie schüttelte anerkennend den Kopf, wie groß doch die „Schiffe“ , sprich Festwagen, in diesem Jahr wieder ausfielen. Zeremonienmeister „Keule“ alias René Koinzer und Olaf Marko begrüßten auf dem Marktplatz die Vereine und erläuterten den Zuschauern die Bilder.
Von der Bühne aus beobachteten das diesjährige Prinzenpaar des Karneval-Verbandes Lausitz (KVL) samt Hofmarschall und -damen sowie Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder das bunte Treiben zu ihren Füßen. Präsidenten und Vertreter der einzelnen Vereine nutzten den Augenblick und überbrachten närrischen Grüße und Geschenke an den gastgebenden Bad Muskauer Karnevalsverein.
Tja, und dann war es soweit. Bürgermeister Andreas Bänder, von der Bad Muskauer Funkengarde zur Bühne geleitet, wurde entmachtet, indem er dem Prinzenpaar den großen Rathausschlüssel überreichen musste. Die Narren hofften auch auf eine wohlgefüllte Stadtkasse, doch lediglich einige Spinnweben waren beim Öffnen der Truhe zusehen.
Nun war die Zeit gekommen, um dem Spuk im Narrenschloss die Krone aufzusetzen. Die Qual der Wahl hatte die Jury, die sich schon seit vielen Jahren aus Peter Kowarzik (Prinz Jupp 30. im Jahr 1975), Ulrich Rösler (Prinz Jupp 9. im Jahr 1964) und Olaf Marko (Prinz Jupp 37 im Jahr 1997) zusammensetzt. Gekürt wurden mit dem ersten Preis nach 2006 und 2007 die Bad Muskauer Freizeitunion für ihren Wagen „Das Spukschloss Köbeln“ . Der zweite Platz ging an die „Die Westkrauschwitzer Hexen- und Zombietheke“ -Narrenzunft. Der Witzig-Club-Weißwasser erreichte den dritten Preis für ihr Piratenschiff.
Über den vierten Preis konnte sich die Muskauer Schützengilde freuen. Sie hatte die Geschichte „Der Niederländische Hof-Kur-Lus(f)tschloss)“ karnevalistisch aufs Korn genommen. Fünfte wurde die Gablenzer Frauensportgruppe, die als „Hexenbande“ dabei war und die Kostüme selbst geschneidert hatten.