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| 01:30 Uhr

Sprembergs Windräder stehen still

Die neun Gittermastwindräder im Spremberger Stadtwald stehen seit dem Brand vor zwei Wochen still. Foto: Annett Igel
Die neun Gittermastwindräder im Spremberger Stadtwald stehen seit dem Brand vor zwei Wochen still. Foto: Annett Igel FOTO: Annett Igel
Spremberg. Die Windräder im Spremberger Stadtwald stehen die zweite Woche still. Seit einem Brand im Umspannwerk des Windparks am 8. September kann keine Energie mehr ins Netz eingespeist werden. Erst in vier bis acht Wochen sollen sich die Flügel wieder drehen. Von Annett Igel

Der Stillstand habe nichts mit der aktuellen Debatte zur Energiepolitik zu tun. Das versichert Sandy Brochlitz von der WSB Neue Energien GmbH, die ihr Dresdener Unternehmen derzeit auf der Windenergiemesse in Husum vertritt. Wie erst jetzt bekannt wurde, musste am 8. September in den frühen Morgenstunden die Feuerwehr zum Windpark ausrücken. "Zwei Waldarbeiter", so Sandy Brochlitz, "hatten das Feuer im Umspannwerk entdeckt und sofort Hilfe geholt." Innerhalb kurzer Zeit konnte das Feuer gelöscht werden. Menschen seien dabei nicht verletzt worden. "Die genaue Brandursache ist bisher ungeklärt. Sicher ist aber, dass im Messwandler auf der 110-Kilovolt-Seite des Transformators ein Überdruck entstanden war und dies zur Explosion führte. Das Öl im Messwandler fing dadurch an zu brennen", erläutert Sandy Brochlitz. Der Messwandler sei im Umspannwerk eine wichtige Komponente für die Übertragung und Umwandlung von elektrischem Strom.Mitarbeiter der WSB, die für den Eigentümer die Betriebsführung innehat, analysierten nach dem Brand den Unfall und kümmerten sich um die Schadensbegrenzung. Noch am selben Tag soll laut Sandy Brochlitz auch die Umweltbehörde Bodenproben zu entnommen haben. Pflanzen und Bäume am Brandort seien nicht beschädigt worden. "Lediglich die Bodenfläche unterhalb des Messwandlers musste in einer Fläche von zwei mal zwei Metern und einer Tiefe von 20 Zentimetern abgetragen werden. Diese Maßnahme lief noch am 10. September. "Mit einer zusätzlichen Schutzfolie verhinderten wir, dass Öl ins Grundwasser eindringt."Beziffert werden könne der Schaden noch nicht. Die Windräder selbst seien heil. "Sie wurden errichtet, weil sie 20 Jahre laufen sollen. Stillstände werden sonst lediglich wegen der Wartungen eingeplant - und die laufen in aller Regel in den meist windstilleren Sommermonaten", sagt Sandy Brochlitz. Bis der Windpark wieder Strom erzeugt, werde noch einige Zeit vergehen. "Zunächst wird mit den Herstellern der Komponenten der Gittermastanlagen die Ursache für den Brand untersucht. Parallel dazu müssen wir neue Messwandler beschaffen und diese ins Umspannwerk einbauen. Frühestens in einem Monat, vielleicht erst in zwei Monaten kann der Windpark wieder Energie produzieren", so Sandy Brochlitz nach Rücksprache mit dem Betreiber und Eigentümer. Zum Thema:
Zum ThemaDer Windpark Spremberg gehört der Fondsgesellschaft Ampere Equity Fund. Sie hatte die Anlage mit den neun Gittermastwindrädern im April 2009 von der Dresdener WSB Neue Energien GmbH gekauft. Die Räder vom Typ Fuhrländer FL-2500 sollen im Jahr 55 GWh Strom erzeugen. Die Gesamtanlage hat eine elektrische Leistung von 22,5 Megawatt. Damit könnten laut Betreiber 60 000 Menschen mit Strom versorgt werden.