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| 02:48 Uhr

Spree-Neiße ist Stammgast in Löbau

Hightech made im Landkreis Görlitz: Professor Sebastian Scholz vom Fraunhofer-Institut erläutert die Möglichkeiten des 3-D-Drucks.
Hightech made im Landkreis Görlitz: Professor Sebastian Scholz vom Fraunhofer-Institut erläutert die Möglichkeiten des 3-D-Drucks. FOTO: ume1
Löbau. Ein zahlreiches Publikum hat am Wochenende die 15. Oberlausitzer Leistungs- und Gewerbeschau Konventa in Löbau gefunden. Massenweise strömten die Besucher bereits am Samstagvormittag durch die beiden Messehallen und über das Außengelände. Uwe Menschner / ume1

Für Michaela Birkner ist die Fahrt nach Löbau am letzten vollständigen Aprilwochenende des Jahres Pflicht. "Ich bin bereits zum fünften Mal hier und immer wieder aufs Neue begeistert", bekennt die Sachbearbeiterin für Tourismus im Landratsamt des Spree-Neiße-Kreises. Als Standbetreuerin konnte sie bereits zahlreiche unterschiedliche Messen kennenlernen, doch die Löbauer Konventa besitzt für Michaela Birkner einen besonderen Stellenwert: "Hier ist einfach mehr Publikum, und unsere Angebote werden sehr rege nachgefragt." Besonders würden sich die Messebesucher für das Radfahren im Spree-Neiße-Kreis interessieren, denn: "Bei uns sind die Radwege eben", wie Michaela Birkner schmunzelnd erklärt. Doch auch der Ziegen- und Alpakahof und die Landfleischerei, die am Gemeinschaftsstand des Landkreises beteiligt seien, könnten sich nicht über mangelnden Zulauf beklagen.

Für den Landrat des Spree-Neiße-Kreises, Harald Altekrüger (CDU), ist es selbstverständlich, auf der Gewerbemesse des südlichen Nachbarlandkreises Präsenz zu zeigen.

Gemeinsame Energieregion

"Wir wollen uns nach dem Süden öffnen und arbeiten in sehr vielfältiger Weise mit dem Kreis Görlitz zusammen", erklärt er am Rande des Eröffnungsrundganges gegenüber der RUNDSCHAU. Als Beispiele nennt er die gemeinsame Energieregion und den Muskauer Faltenbogen, der beide Landkreise umfasst. Altekrüger findet das Löbauer Messekonzept "sehr stimmig. Die Besucherzahlen sind hoch, und man muss vor den Veranstaltern den Hut ziehen." Und tatsächlich bietet der Rundgang durch die beiden Hallen nicht nur die Möglichkeit zu zahlreichen Gesprächen, sondern auch zu überraschenden Wissens- und Erkenntnisgewinnen.

Hochtechnologie im Fokus

Beispielsweise darüber, welch erstaunliche Hochtechnologie im Landkreis Görlitz beheimatet ist. So referiert am Stand der Industrie- und Handelskammer Professor Sebastian Scholz vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, das sich gegenwärtig in Zittau ansiedelt, über die Möglichkeiten des 3-D-Drucks. "Mit dieser Technik kann man komplizierte Bauteile aus Kunststoff in einem Guss herstellen und muss nicht mühsam verschiedene Komponenten zusammenbauen", erklärt er, und hält eine Kunststoffplatte mit mehreren Zahnrädern in die Höhe. Doch auch menschliche oder tierische Skelettteile kann man durch 3-D-Druck originalgetreu reproduzieren, was der Medizintechnik ungeahnte Möglichkeiten eröffnet. Von dieser Demonstration zeigt sich auch Fritz Jäckel, der Chef der sächsischen Staatskanzlei, beeindruckt. Er hatte zuvor bei der offiziellen Eröffnung unter Beifall gefordert, "sich von der Zentrierung auf Dresden, Leipzig und Chemnitz zu lösen."

Also alles eitel Sonnenschein? Im Prinzip schon. Schade ist nur, dass der Norden des Landkreises Görlitz so gut wie gar nicht daran teilhat. Aussteller aus Weißwasser, Niesky und Umgebung sucht man auf der Teilnehmerliste vergeblich. Messeleiter Jürgen Mietke räumt ein, dass an dieser Feststellung "etwas dran ist." Es habe in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Mühe gekostet, die Kreisstadt Görlitz für die ursprünglich im Bereich Löbau/Zittau beheimatete Konventa zu erobern. "Wir werden die Brücke zwischen Niesky und Forst aber noch schlagen", versichert er, auf die starke Präsenz des südbrandenburgischen Raumes Bezug nehmend.