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| 12:38 Uhr

Zweisprachige Oberlausitz
Sprachliche Lücke bei Radwegen in Sachsen wird geschlossen

Die sächsische Landtagsabgeordnete Franziska Schubert hat die Grünen-Sommertour gerade erst vor wenigen Tagen durch die Oberlausitz geführt. Hier radelt sie in Klein Priebus ein.
Die sächsische Landtagsabgeordnete Franziska Schubert hat die Grünen-Sommertour gerade erst vor wenigen Tagen durch die Oberlausitz geführt. Hier radelt sie in Klein Priebus ein. FOTO: Gabi Nitsche
Görlitz/Bautzen. Ab dem kommenden Jahr sollen in der Lausitz die Wegweiser mit deutschen und sorbischen Namen – in gleicher Schriftgröße – versehen sein.

Ab nächstem Jahr werden im sorbischen Siedlungsgebiet in der Lausitz auch Wegweiser an Radwegen zweisprachig – und zwar mit deutschen und sorbischen Ortsnamen in gleicher Schriftgröße. Das geht aus der Antwort der Sächsischen Staatsregierung auf eine kleine Anfrage der Oberlausitzer Abgeordneten Franziska Schubert (Grüne) hervor, über die die Landtagsabgeordnete der Grünen informiert.

Wie sie einschätzt, waren Radwegweiser eine der größten verbliebenen Baustellen im Bereich öffentliche Zweisprachigkeit. Insbesondere im Lausitzer Seenland, aber auch an vielen Stellen rund um Bautzen würden die sorbischen Ortsnamen völlig fehlen, obwohl nach dem Sächsischen Sorbengesetz alle Wegweiser zweisprachig sein sollten. In der entsprechenden Richtlinie des Freistaats zur Radwegebeschilderung war das Sorbische jedoch mit keinem Wort erwähnt.

Daher wollte die grüne Abgeordnete im Juni auf Anregung sorbischer Bürger von der Staatsregierung wissen, ob im Rahmen der anstehenden Erneuerung der Radwegweiser im ganzen Land nach dem Konzept „SachsenNetz Rad“ auch an die Zweisprachigkeit der Lausitz gedacht wurde. Darauf antwortete das Ministerium jetzt, dass die neuen Hinweisschilder, welche ab dem kommenden Jahr aufgestellt werden sollen, im sorbischen Siedlungsgebiet prinzipiell zweisprachig sein werden. „Nach der Neuregelung der Schriftgrößen auf den gelben Straßenwegweisern, wo sorbische Ortsnamen seit Beginn dieses Jahres endlich in gleicher Größe angeführt werden, wird damit eine weitere Lücke auf dem Weg zur öffentlichen Zweisprachigkeit geschlossen“, so Franziska Schubert.

„Sowohl für die Sorben als auch für die Mehrheitsbevölkerung ist dies ein kleines, aber bedeutendes Symbol – eines, das Gleichwertigkeit ausdrückt und das in der sächsischen Verfassung verankerte Gleichberechtigung der Sorben in Sachsen sichtbar macht.“, so Schubert.

(red/dh)