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Sprachbarrieren werden aus dem Weg geräumt

Jakub Strózyana hat mit einfachsten Mitteln mehrere technische Geräte gebastelt. Unter anderem eine Lampe.
Jakub Strózyana hat mit einfachsten Mitteln mehrere technische Geräte gebastelt. Unter anderem eine Lampe. FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Deutsch-Polnisches Sprachcamp in der Station Junger Naturforscher und Techniker lässt Kinder der Grenzregion einander kennenlernen. Christian Köhler

Ganz ruhig sitzen die Teilnehmer des deutsch-polnischen Sprachcamps in einer Reihe. Gespannt hören sie zu, was wohl die anderen gebastelt und getüftelt haben. "Zum Abschluss des Camps stellen sie bei der Forscherkonferenz ihre Ergebnisse vor", erzählt Claudia Müller, die das Camp mit den 18 Teilnehmern aus Weißwasser, Krauschwitz und Zary die gesamte Woche über begleitet hat. Denn neben dem Erlernen der deutschen und polnischen Sprache geht es auch um Technik und ums Experimentieren.

Jakub "Kuba" Strózyana hat zum Beispiel gleich mehrere Basteleien, die er den anderen vorstellen kann. "Man muss nicht immer viel Geld ausgeben, um etwas zu bauen", beginnt der 13-Jährige seinen Vortrag. Mithilfe von allerlei Kabel, einer Batterie, Glühlampen und einem kleinen Mini-Computer hat er sich eine kleine Lampe gebaut, die verschiedene Modi der Lichtwiedergabe kann. Außerdem hat er, "ganz nebenbei", sich einen Minigolfschläger gebaut. "Den nutze ich dann auch zu Hause in Zary", erzählt er mit breitem Grinsen.

Die neunjährige Laura aus Weißwasser hat dagegen Experimente mit Brause- und Backpulver gemacht. Andere Jugendliche haben sich mit der Kraft der Sonne beschäftigt und kleine Solarblumen gebastelt. "Über das Solarpanel in der Blüte wird der Strom an einen kleinen Motor geleitet", erzählt einer der Jugendlichen. Der Motor wiederum dreht die Blüte. Wieder andere Jugendlichen haben sich ganz dem Wasser verschrieben und einen Flusslauf mit kleinen Pumpen nachgebaut.

"Es ist schon erstaunlich, mit wie viel Enthusiasmus sich die Jugendlichen in ein Experiment verbeißen können", berichtet Claudia Müller. Immerhin hätten sie keinerlei Vorgaben bekommen, sondern konnten sich aus einer großen Forscherkiste alles selbst aussuchen. Und dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

"Natürlich haben wir auch allerlei Ausflüge zum Beispiel ins Weißwasseraner Jahnbad oder nach Dresden zu den technischen Sammlungen gemacht", sagt die Verantwortliche für die internationale Jugendarbeit in der Station. In Dresden habe es den Kindern am besten gefallen, denn dort konnten sie noch einmal sämtliche dort angebotenen Experimente durchführen.

"Ziel bei unserem Sprachcamp ist die Begegnung von Kindern und Jugendlichen in der Grenzregion", sagt Claudia Müller. Gerade für Kinder und Jugendliche sei es wichtig, die gesamte Region dies- und jenseits der Neiße als Einheit zu verstehen. "Die Sprachprobleme sind meist schneller behoben als zwischen den Erwachsenen", weiß auch Dolmetscherin Marzena Limanowska, die seit mehreren Jahren bei dem Sprachcamp übersetzt und bei polnischen Jugendlichen aus Zary für das Angebot in Weißwasser begeistert. "Für uns ist sie immer eine helfende Hand und der Ansprechpartner im Nachbarland", bestätigt Stationsleiter Bernd Frommelt.

Obwohl sich die Sommerferien langsam dem Ende nähern, bietet die Station in den kommenden zwei Wochen am Vormittag täglich zwischen 9.30 und 11 Uhr Ferienfreizeiten an. "An den letzten vier Ferientagen lädt im Tierpark die Lernwerkstatt Natur am Vormittag zu Ferienprogrammen ein", berichtet Bernd Frommelt. Für alle Angebote gibt es noch freie Plätze.

Auch die nächsten Camps für Kinder und Jugendliche sind bereits in Planung, so der Stationsleiter. So gibt es am Wochenende des 8. bis 10. September Natur- und Kunstcamp zu erleben. Vom 5. bis 8. Oktober heißt es dann: Manege frei: Das deutsch-polnische Zirkuscamp hält in der Weißwasseraner Station, kündigt Bernd Frommelt an.

Zum Thema:
Nach der Auflösung des Soziokulturellen Zentrums der Turmvilla in Bad Muskau ist die internationale Jugendarbeit und Begegnung seit 2016 bei der Station Junger Naturforscher und Techniker in Weißwasser angesiedelt. Das hatte der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Görlitz beschlossen. Derzeit wird diese durch Claudia Müller betreut. (ckx)