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| 18:27 Uhr

Sportvereine müssen tiefer in die Tasche greifen
Sportstättennutzung wird teurer

Weißwasser. Der Stadtrat Weißwasser beschließt höhere Gebühren einstimmig. Sportverband übt Kritik daran. Von Gabi Nitsche

Ab Juli greifen in Weißwasser die höheren Gebühren für die Nutzung von Sportstätten – von Turnhallen über (Kunst-)Rasenplätze bis zur Schwimmhalle. Der Stadtrat hat die entsprechenden Beschlüsse dazu einstimmig gefasst. In der Konsequenz bedeutet das eine Gebührenanhebung zum Teil um bis zu 50 Prozent.

Damit folgte der Rat den Vorschlägen der Stadtverwaltung, die die Kosten deckenden Beiträge für die Jahre 2018 bis 2022 durch eine Gebührenkalkulation ermittelt hatte. Der Stadtrat hätte die Möglichkeit gehabt, vom Prinzip der Kostendeckung abzuweichen. Mindereinnahmen wären in solch einem Fall durch den städtischen Haushalt auszugleichen. Doch entsprechende Vorschläge waren nicht gemacht worden vor der Ratssitzung. Die Vermutung liegt nahe, dass aufgrund der gegenwärtigen finanziellen Schieflage auf diese Möglichkeit verzichtet wurde. Weißwasser ist angehalten worden von der kommunalen Rechtsaufsicht, Ausgaben zu reduzieren, Einnahmen zu erhöhen, um das millionenschwere Loch in der Haushaltskasse in den nächsten drei Jahren zu stopfen.

Der Stadtsportverband hatte sich vor der Entscheidung im Rat kritisch geäußert, dass so drastisch an der Gebührenschraube gedreht werden soll. Präsident Jens Werner und Schatzmeister Thorsten Rennhak hatten das Gespräch mit dem Referatsleiter Bau, Thomas Böse, gesucht und eine Stellungnahme abgegeben, die Böse den Räten vorlas. Der Verband lehnte die Gebührenerhöhung ab, wenn diese ohne Verbesserung der Bedingungen vorgenommen werde. Vor allem sprach er sich dagegen aus, dass Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Befürchtung sei, so sein Standpunkt, dass Sporttreiben immer mehr nur für Besserverdienende möglich werde. Das lehnt der Verband ab.

CDU-Stadtrat Thomas Krause begrüßte diesen Standpunkt. Er sieht Potenzial für Einnahmen bei der Nutzergruppe D – Vereine mit Sitz außerhalb von Weißwasser, nicht organisierte Sport- und Freizeitgruppen sowie Sport- und Gesundheitskurse inklusive Reha-Sport. „Warum sollen wir die unterstützen?“ Da würden einige mit ihren Kursen bei den niedrigen Gebühren einen tüchtigen Reibach machen. „Wir sollten für die Gruppe D die Gebühren anheben, dann haben wir mehr Geld für die Kinder“, so Krause. Außerdem müssten hiesige Verein in anderen Gemeinden auch viel bezahlen. Thomas Böse hielt dagegen, dass selten jemand käme und das gesamte Stadion der Kraftwerker miete.

Auch CDU-Fraktionskollege Marcel Proske erinnerte an die bestehende Gesamtverantwortung und sagte, er würde den Vorschlag des Verbandes fair finden. „Wenn wir dem Vorschlag des Stadtsportverbandes folgen, dann müsste das für alle Sportstätten gelten“, meldete sich Dirk Rohrbach (Klartext) zu Wort. Der Geschäftsführer der Lausitzer Füchse GmbH dachte sofort an die Gebührensätze, die 2016 für die Nutzung der Eisarena beschlossen wurden. Kämmerer Rico Jung gab ihm Recht und sagte: „Dort müssen Kinder und Jugendliche 18,70 Euro die Stunde bezahlen.“

Der Stadtrat entschied sich letztlich für die vorliegenden Gebührensätze und somit gegen den Kompromissvorschlag des Stadtsportverbandes.