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| 13:54 Uhr

Boxgala
Vom Jäger zum Gejagten

Geschafft und erschöpft, aber glücklich nach hartem Training: Dominik Kosel (rechts) und sein Coach Matthias Pelk, der am 5. Mai im Rahmen der Boxgala seinen letzten Profikampf bestreiten wird.
Geschafft und erschöpft, aber glücklich nach hartem Training: Dominik Kosel (rechts) und sein Coach Matthias Pelk, der am 5. Mai im Rahmen der Boxgala seinen letzten Profikampf bestreiten wird. FOTO: Enrico Pelk
Weißwasser. Ring frei zur Titelverteidigung. Am 5. Mai verteidigt Dominik Kosel bei der großen Boxgala zum ersten Mal seinen Titel des aserbaidschanischen Weltverbandes WBCA. Von Alexander Mader

Na klar, irgendwann ist immer das erste Mal. Auch im Profi-Boxsport. Eine neue Situation, eine neue Herausforderung. „Früher war ich der Jäger. Heute bin ich der Gejagte“, sagt Dominik Kosel vor seiner ersten Titelverteidigung. Am 5. Mai ist es nun soweit – in der Eisarena Weißwasser, wo er sich vor fast genau einem Jahr den Gürtel mit einem K.o.-Sieg in der dritten Runde gegen den Georgier Giorgi Aduashvili geholt hat. „Das ist ein perfekter Abend gewesen. Den Kampf habe ich mir später noch so einige Mal auf Video angeschaut“, sagt der Supermittelgewichtler und lacht.

Keine Frage, dass es auch diesmal genauso gut laufen soll. Damit der Gürtel in Weißwasser bleibt. Oder besser gesagt, wieder nach Weißwasser kommt. „Nachdem er für vier, fünf Monate bei uns zu Hause in der Vitrine seinen Ehrenplatz gefunden hat, mussten wir ihn wieder nach Aserbaidschan schicken. Denn für den aktuellen Kampf wird ein neues Modell angefertigt“, erklärt Dominik Kosel und verspricht: „Ich bin topfit vorbereitet und setze alles daran, dass am 5. Mai Titel und Gürtel bei uns in Weißwasser bleiben.“

Dafür gibt er im Training Vollgas. Und das seit gut 14 Wochen. „Allein 50, 60 Runden Sparring kommen locker wieder zusammen. Dazu unzählige Läufe und Trainingseinheiten. Vor allem an meiner Schnelligkeit und Technik habe ich mit meinen Trainern Peter und Matthias Pelk intensiv gearbeitet“, verrät der Faustkämpfer, der dem 5. Mai voller Optimismus entgegensieht: „Wenn du weisst, dass du 14 Wochen extrem hart gearbeitet hast, gibt es keine Zweifel.“ Vor allem, wenn er (wieder) mit Köpfchen boxt. Besser als beim letzten Kampf im Dezember 2017 in Hangelsberg, der in der zweiten Runde aufgrund eines Ringdefektes abgebrochen wurde. Dominik Kosel: „Hätte ich so geboxt wie geplant, hätte ich gewonnen. Aber an diesem Abend kam so einiges zusammen. Auch im Kopf hat es wohl nicht zu 100 Prozent gestimmt. Kein Wunder, dass mein Trainer Matthias Pelk im Kampf, in der Kabine und auf den Nachhauseweg sehr laut geworden ist.“

Das Gute aber: Aus solchen Momenten kann man als junger Sportler nur lernen. Und Dominik Kosel hat es getan: „Diesmal werde ich wieder meine Stärken ausspielen, nichts überstürzen, taktisch klug boxen. Unsere Marschroute ist es, mit langen Händen und viel Beinarbeit meinen Gegner zu beschäftigen und mich auf keinen Innenfight einzulassen.“ Alles für (s)eine erfolgreiche Mission „Titelverteidigung“.

Dass er dabei eine riesige Unterstützung hinter sich weiß, macht den 25-Jährigen besonders stark. Von seinem Trainerteam, Freunden, Bekannten ... Aber vor allem von seiner kleinen Familie, seinem großen Rückhalt. „Natürlich ist solch eine harte Vorbereitung auch für meine Frau Isabel eine extreme Belastung. Ich kann ihr deshalb nicht genug dafür danken, wie sehr sie mir den Rücken freihält“, sagt Dominik Kosel, der zusammen mit seiner Gattin und Töchterchen Kate Isabel erst im Februar dieses Jahres ins eigene Haus in Gablenz gezogen ist.

In letzter Zeit hört man hier auch immer wieder einen Song: „Bleed it up“ von Blink 182. Dominik Kosels Einlaufmusik. „Die wird mich auch bei meiner ersten Titelverteidigung begleiten“, sagt er. Wer dabei sein Gegner ist, steht noch nicht endgültig fest. „Aber das ist mir auch egal. Ich konzentriere mich nur auf mich und meine Stärken. Einen Tag vorher werde ich meinen Kontrahenten beim Wiegen sehen und dann boxe ich ihn am 5. Mai“, kündigt der Pelk-Schützling an, der mit einer erfolgreichen Titelverteidigung viele Menschen glücklich machen würde. Allen voran aber wohl seinen kleinsten Fan, Töchterchen Kate Isabel. „Mit dem letzten Gürtel hat sie gespielt und war absolut begeistert“, lacht der Supermittelgewichtler.