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Fussball
Kretschmer bricht den Willen der Lok

Kreisoberliga Oberlausitz. Der FV Eintracht Niesky II bezwingt im Nachholspiel der Kreisoberliga Oberlausitz Schleife mit 3:0 (1:0). Von Paul Kretschmer

FV Eintracht Niesky II – SV Lok Schleife 3:0 (1:0). Tore: 1:0 Herrmann (16./FE), 2:0, 3:0 Kretschmer (63./71.)

Eintracht Niesky II: Pätzold, Janietz, Geisler, Kretschmer, Pluta (79. Jurke), Beier, Hoffmann, Heide (C), Wenzel (84. Kern), Gauernack, Herrmann

Lok Schleife: Knox, Bläse, Schurmann S., Schurmann M., Lampe (C), Urbitsch (84. Korla), Sonnert, Kranig, Briesemann (64. Knaack), Schuster (84. Dokter), Holz

Das letzte Spiel des Kalenderjahres fand für Lok auf dem ungeliebten und diesmal noch verschneiten Kunstrasenplatz in Niesky statt. Und man wirkte dabei zudem ideenlos und ohne den Willen, gewinnen zu wollen. Anders die Gäste, welche dank einer offensiven Spielweise am Ende verdient mit 3:0 gewannen.

Im ersten Durchgang hatten beide Teams ihre Schwierigkeiten auf dem rutschigen Geläuf. Die Gastgeber kamen nach den ersten zehn Minuten besser ins Spiel und wirkten bissiger, ausgestattet mit dem notwendigen Siegeswillen. Ein langer Ball der Nieskyer landete zwischen der Innenverteidigung. Aus dem Gedränge heraus, da auch gegnerische Spieler beteiligt waren, gab es am Ende einen strittigen Elfmeter. Das Foul wurde möglicherweise bereits außerhalb des Strafraumes begangen – schwierig zu sehen für das Schiedsrichtergespann auf dem verschneiten Geläuf. Die Chance ließ sich Norman Herrmann nicht nehmen, denn er verwandelte zur 1:0-Führung.
 Schleife wirkte daraufhin wie gelähmt und die Gastgeber übernahmen weiter das Kommando. Erst zehn Minuten vor Ende der ersten Halbzeit machten die Gäste endlich Druck und zwangen den Liganeuling zu Fehlern. Nach einem Eckball setzte Bläse den Ball an den Pfosten, das wäre fast der glückliche Ausgleichstreffer gewesen.

Zu wenige Ideen im Mittelfeld und die fehlende Laufbereitschaft sorgten auch im zweiten Durchgang nicht für Besserung. Trotz einer Drangphase in der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte sprang nichts Zählbares heraus. So waren es die Gastgeber, die genau in der Drangphase der Lok nach einer Ecke für Schleife zum Konter ansetzten. So spielten sich die Hausherren mit ein paar Querpässen durch die unvollständigen Lokreihen und tunnelten zu allem Überfluss auch noch Keeper Knox, Kretschmer erzielte damit den zweiten Treffer für sein Team nach gut einer Stunde Spielzeit (63.). Damit war der kurz aufflammende Wille der Lok gebrochen.

Das 3:0 resultierte dann aus einem Foulspiel an der Strafraumgrenze. Den fälligen Freistoß versenkte Kretschmer mit seinem zweiten Tagestreffer durch die Mauer und durch die Beine von Keeper Knox (71.).

Alles in allem war es eine verdiente Niederlage für die Lok, da bei der Hälfte der Mannschaft der Einsatzwille und Siegeswille fehlte. Langsam dürften sich die Spieler bewusst werden, in welcher Situation die Lok steckt, nämlich im Abstiegskampf.

Niesky konnte sich mit dem Erfolg von den unteren Tabellenrängen der Kreisoberliga lösen und spielt nun im gesicherten Mittelfeld mit. Die jetzt einsetzende Winterpause wird für das eine oder andere Team mehr oder weniger entspannend. Im Lok­lager haben Spieler und Funktionäre die Chance, in sich zu gehen und sich zu hinterfragen, ob man wirklich immer alles gegeben hat.