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| 18:08 Uhr

Fussball
Eine Chance für den Videobeweis

Viele Autogrammwünsche musste  Bernd Heynemann (l.) am Ende der Veranstaltung in Diehsa erfüllen.
Viele Autogrammwünsche musste Bernd Heynemann (l.) am Ende der Veranstaltung in Diehsa erfüllen. FOTO: Bernhard Donke
Diehsa. Bernd Heynemann gab Einblicke in das Leben eines Fußballschiedsrichters. Von Bernhard Donke

Im Saal des Diehsaer Gasthof „Am Markt“ haben schon ehemalige erfolgreiche DDR-Fußballer und mit Marcel Reif ein international bekannter Sportjournalist und Kommentator Einblicke in ihr privates und sportlich-berufliches Leben gegeben. Nun war als weiterer Gast auf Einladung von Hans Peter Benad (Bautzen) Bernd Heynemann, ehemaliger DDR-Oberliga-, Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter nach Diehsa gekommen. In bekannt-lockerer Runde führte Moderator Andreas Löpert durch die unterhaltsame Veranstaltung. Wobei er Auszüge aus dem Buch von Bernd Heynemann und Wolfgang Borchert „Momente der Entscheidungen“ nutzte, um Heynemann zur Diskussion anzuregen.

So schilderte der 1954 in Magdeburg geborene Heynemann seinen Werdegang vom Straßenkicker bis hin zum Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter. Wer wusste schon, dass er bis zum achten Lebensjahr auf den Magdeburger Straßen kickte. Danach Mitglied bei Turbine Magdeburg wurde bis zur Bezirksliga aktiv Fußball spielte und die Seiten wechselte. Seine Prüfung als Schiedsrichter ablegte und sogleich in der Magdeburger Bezirksliga Fußballspiele leitete. Steil nach oben ging dann die Karriere für den studierten Dipl. Betriebswirt die Zeit nach der politischen Wende. Er wurde als einer der wenigen DDR-Oberligaschiedsrichter gleich als Bundesligaschiedsrichter übernommen und später als Fifa-Schiedsrichter vom Deutschen Fußballbund nominiert. In seiner Bundesligazeit leitete er 141 Spiele und war Teilnehmer an der EM 1996 und der WM 1998. Auf die Frage, welchen sportlichen Unterschied er bei seinen ersten Bundesligaeinsätzen zwischen den Spielern der Bundesliga und der DDR-Oberliga merkte, antwortete er für viele der Zuhörer sicher überraschend: sportlich überhaupt keinen.

Auf die von den Zuhörern mit Spannung erwartete Frage des Moderators, was Bernd Heynemann vom Videobeweis und Videoassistenten hält, kam dann auch prompt die Antwort:  „Am Anfang klappte es ja nicht so gut, da war meist der Schiedsrichter der Depp. Jetzt, nachdem sich das Ganze etwas eingespielt hat, sehe ich die Sache auch noch kritisch, weil immer noch nicht ganz ausgereift. Ich denke, für die Zukunft wird der Videobeweis und die Videoassistenten schon eine hilfreiche Sache sein.“

Auch auf die Frage, welche Chancen er dem 1.FC Magdeburg in der 2. Bundesliga einräumt und was er von Frauen als Schiedsrichter hält, antwortete er in gewohnt lockerer Weise. „Dem 1. FCM wünsche ich, dass er es schafft, sich in den Haifischbecken der zweiten Liga zu behaupten.“ Und die Schiedsrichterinnen hätten auch international längst einen guten Ruf.