Von Regina Weiß

Joey und Menowin aus Köln und Weißwasser haben den besten Platz. Sie sitzen auf dem Rodelberg im Weißkeißeler Freizeitpark und feuern die Dorfjungs an. Von dort oben hat man wirklich einen guten Überblick auf den nigelnagelneuen Soccer-Court, der sich einige Meter weiter unten seiner ersten Bewährungsprobe stellen muss. Innerhalb der mobilen Spielfeldbande schenken sich die acht Spieler nichts. Hatte es am Beginn des Matchs noch so ausgesehen, als würden die Jungs aus Weißkeißel ganz schön alt aussehen, weil die Tore der Jungfüchse im Sekundentakt fallen, sieht es wenige Minuten später schon ganz anders aus. Auch Frust kann entsprechend motivieren und so klingelt es mehrfach im Kasten der Füchse. Nach 15 Minuten führen die Gäste 21 zu 14. Da geht noch was...

„Man kann hier ruhig anfeuern“, macht Stadionsprecher Wilfried Marko in Richtung Gäste hinter der Bande eine klare Ansage. Dort haben sich nicht nur Weißkeißeler Gemeinderäte, sondern Eltern und Großeltern der Spieler eingefunden. Sie alle wollen dabei sein, wenn Weißkeißel seine neueste Errungenschaft einweiht. Bürgermeister Andreas Lysk (parteilos) spricht von einem denkwürdigen Tag, an dem Weißkeißel einen richtigen Schritt in die richtige Richtung macht. Jungfuchs Lenny und andere Weißkeißeler Jungs hatten öfter schon mal nachgefragt, ob für sie nicht ein Spielparcours geschaffen werden könne. Dass der nun da und nur fünf Minuten von seinem Zuhause weg ist, freut Lenny Glowna sehr, wie er der RUNDSCHAU verrät.

Rund 15 000 Euro wurden für die Anlage mit Bande, Eishockeytoren und Fangnetzen investiert. 80 Prozent davon hat der Freistaat Sachsen über die Leader-Förderung beigesteuert. 12 Meter breit und 20 Meter lang umschließt die Anlage eine vorhandene Asphaltfläche. Im Bauabschnitt zwei wird sie mit einem großen Pavillon überdacht. Der bekommt auch eine feste Bühne. Will Weißkeißel tanzen und nicht Inlinehockey spielen, kann die mobile Bande in gut anderthalb Stunden abgebaut werden. Die Eishockeytore lassen sich zu Handballtoren umbauen. Steht alles zusammen auf dem Rasen, kann dort sehr gut Minifußball gespielt werden.

Doch jetzt geht es erst mal beim Inlinehockey zur Sache. Andreas Lysk macht den Bully zum Anstoß. Vorher äußert er noch eine Bitte. „Wir alle hoffen, dass die Anlage lange Zeit so schön aussieht“, so der Bürgermeister. Deshalb wird das Gelände videoüberwacht. Die Ansage kommt nicht von ungefähr. Weißkeißel hatte schon mal Eishockeytore in seinem Freizeitpark. Die wurden von unbekannten Jugendlichen beim Puck-Scharf-Schießen zu Schrott „verarbeitet“. Das wollen die Weißkeißeler so nicht noch einmal erleben.