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| 16:40 Uhr

Aus der Parkstadt
Spitzen erinnern an DDR-Zeit

 Der Hochdruckbehälter soll in den nächsten Jahren verlegt werden. Er liegt im Muskauer Park im Ortsteil Berg.
Der Hochdruckbehälter soll in den nächsten Jahren verlegt werden. Er liegt im Muskauer Park im Ortsteil Berg. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau . Die Ver- und Entsorgungswerke Bad Muskau investieren auch in diesem Jahr in die unterirdische Wirtschaft. Asbestzementleitungen werden Stück für Stück erneuert. Von Regina Weiß

Auflösungserscheinungen können auch unterirdisch passieren. Und meist gibt es sie dann, wenn man sie überhaupt nicht brauchen kann. Dem wollen die Ver- und Entsorgungswerke (VEW) Bad Muskau vorbeugen. Deshalb werden die Asbestzementleitungen im Trinkwasserbereich in den nächsten Jahren Abschnitt für Abschnitt weiter erneuert. Denn davon gibt es nicht wenige. Sie wurden in den 1970er-Jahren verlegt und deuten ihr Alter durch den Zerfall an. Sie lösen sich regelrecht auf, weil das Material reagiert. Rund 15 Prozent des Leitungsbestandes der VEW sind solche Asbestzementleitungen. „Und davon ganz viele Hauptleitungen“, weiß Geschäftsführer Stephan Kaiser. Da ist es dann gleich doppelt schlimm, wenn eine solche Leitung die Mitarbeit einstellt.

In diesem Jahr sind deshalb Bauarbeiten im Bereich Schillerstraße (Höhe Kita) bis Bockkellergasse erfolgt. „Diese sind im Wesentlichen abgeschlossen“, so Kaiser. Es erfolgen lediglich noch Arbeiten an der Oberfläche. Begonnen wurde die Investition im Mai. RSC Rohrbau- und Sanierungsarbeiten Cottbus hat im sogenannten Compact-Pipe-Verfahren eine neue Leitung in die bestehende Rohrverbindung eingezogen. Das ist auf 350 Meter Länge erfolgt. Weiterhin wurde im Horizontalspülbohrverfahren 120 Meter Rohrleitung komplett neu verlegt. 196 000 Euro haben die VEW dafür investiert. Es ist sozusagen die Vorarbeit für ein Bauvorhaben im nächsten Jahr. Durch die bessere Abstimmung mit der Stadt sei die VEW vorbereitet, was die Sanierung des Treppenaufgangs vom Markt zum Ortsteil Berg/Park betrifft. Dieses Vorhaben im Paket Nationale Projekte des Städtebaus soll aller Voraussicht nach 2020 realisiert werden. „Es bietet uns die Chance, die dort liegende Trinkwasserleitung zu erneuern“, so Kaiser.

Apropos erneuern. Auch die Druckerhöhungsstation, die im Parkbereich vom Ortsteil Berg liegt, soll umziehen. Eine Standortuntersuchung ist bereits gelaufen. Doch bis das Vorhaben tatsächlich umgesetzt wird, werde es noch gut fünf Jahre dauern. Denn dafür müssen auch mit dem entsprechenden Leitungsbau in den nächsten Jahren die Voraussetzungen geschaffen werden. Derzeit geht die VEW bei diesem Vorhaben von Kosten von rund 500 000 Euro aus.

Vier Trinkwasserbrunnen stehen in Bad Muskau für die Versorgung bereit, wobei immer nur in einem gepumpt wird. Im Durchschnitt werden täglich 400 Kubikmeter Wasser gebraucht. Im Juni gab es Spitzen von bis zu 1000 Kubikmeter täglich. „Das hatten wir die letzten zehn Jahre nicht“, so Kaiser. Der Verbrauch erinnere viel mehr an DDR-Zeiten, wo jeder seinen Garten mit Trinkwasser gegossen habe. Trotz der hohen Abnahme habe es keine Probleme gegeben. Trotzdem sind die Stadtwerke Weißwasser angefragt worden, ob ein Anschluss an die Leitungen des Wasserzweckverbandes möglich ist. Denkbar wäre die Verbindung ab Krauschwitz. Die Leitungen dafür liegen aus alten Zeiten noch in der Erde.

 Der Hochdruckbehälter soll in den nächsten Jahren verlegt werden. Er liegt im Muskauer Park im Ortsteil Berg
Der Hochdruckbehälter soll in den nächsten Jahren verlegt werden. Er liegt im Muskauer Park im Ortsteil Berg FOTO: Regina Weiß