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Medizinische Versorgung
Spezialwissen kommt Jüngsten zugute

Dr. med. Jeannine Rettschlag (l.) ist seit Herbst als Kinderärztin im MVZ am Krankenhaus Weißwasser tätig. Mit Schwester Kerstin nimmt sie einen Hüftgelenk-Ultraschall bei Baby Eleonore vor.
Dr. med. Jeannine Rettschlag (l.) ist seit Herbst als Kinderärztin im MVZ am Krankenhaus Weißwasser tätig. Mit Schwester Kerstin nimmt sie einen Hüftgelenk-Ultraschall bei Baby Eleonore vor. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Weißwasser. Kinderarztpraxis im Medizinischen Versorgungszentrum Weißwasser bietet montags bis freitags Sprechstunden an. Von Gabi Nitsche

 Das Wartezimmer in der Kinderarztpraxis im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Kreiskrankenhaus Weißwasser ist an diesem Freitagvormittag gut gefüllt. Dr. med. Jeannine Rettschlag hat heute Sprechstunden-Dienst. Die 42-Jährige Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin ist seit Oktober im MVZ angestellt und ihr gefällt diese Arbeit sehr. „Es macht mir viel Spaß“, sagt sie. Der nahe Kontakt zu den Patienten gefalle ihr. „Ich habe hier alle Möglichkeiten, die man sich für eine kinderärztliche Praxis wünscht.“ Dazu zählt sie die technische Ausstattung und nicht zuletzt das Krankenhaus im Hintergrund mit all seinen Vorzügen.

Die gebürtige Berlinerin hat an der Humboldt-Universität Medizin studiert. Sie war Arzt im Praktikum im Carl-Thiem-Klinikum und hat nach ihrer Facharztausbildung in der kinderrheumatologischen und onkologischen Abteilung gearbeitet. Nach 14 Jahre Klinikdienst und inzwischen mit kleinem Kind entschied Jeannine Rettschlag, sich beruflich noch einmal zu verändern. Hier in Weißwasser und in einer niedergelassenen Praxis in Cottbus bringt sie ihre umfassenden Erfahrungen ein. Vor allem an der Kinderrheumatologie hänge ihr Herz, sagt die 42-Jährige. „Es werden häufig Kinder mit Gelenkbeschwerden vorgestellt. Die Statistik besagt, eins von 1000 Kindern ist von Rheuma betroffen. Diese Krankheit lässt sich nicht heilen, aber gut behandeln, sodass sie möglichst keine Einschränkungen im Alltag haben.“ Jeannine Rettschlag sei es wichtig, dass diese Kinder zeitnah von einer adäquaten Therapie profitieren.  Das setzt voraus, dass die Eltern mit ihrem Nachwuchs vorstellig werden. Auch andere Kinderärzte können ihre kleinen Patienten an sie überweisen. „Meine Spezialisierung passt gut zu der  von Frau Wetzel. Wir ergänzen uns super.“

Dr. med. Ulrike Wetzel hat im vergangenen April die Verantwortung als Chefärztin für die Kinder- und Jugendabteilung im Krankenhaus übernommen und gleichwohl einen Teil der Sprechstunde im MVZ. Sie bringt vor allem auch Spezialwissen auf dem Gebiet der Lungenerkrankungen und Allergien bei Kindern mit. Beide Ärztinnen kennen sich von ihrer vorherigen beruflichen Tätigkeit im Carl-Thiem-Klinikum. „Spezialrichtungen wie hier bei uns – davon gibt es nicht viele Kinderarztpraxen. Das ist schon eine Besonderheit. Und es wäre schön, wenn ich mich damit verstärkt einbringen kann“, so Jeannine Rettschlag. Ulrike Wetzel hat das auf ihr Fachgebiet bezogen bereits in einem früheren Gespräch mit der RUNDSCHAU genauso eingeschätzt.

Die Ärztinnen fühlen sich wohl in Weißwasser, sagen sie. Jeannine Rettschlag: „Ich bin ganz herzlich aufgenommen worden, wir sind wie eine kleine Familie mit den Schwestern Kerstin und Katja.“ Mehr Zeit zum Plaudern ist jetzt aber nicht. Baby Eleonore ist angemeldet für eine Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenkes. Dr. Rettschlag und Schwester Kerstin wollen Mutter und Kind nicht über Gebühr warten lassen.