Nicht nur, dass man die abgeschlossene Konversion (auf gut deutsch Umwandlung) der früheren Offiziershochschule zum Verwaltungszentrum feiern konnte; insbesondere der Rahmen dafür und die eingeladenen Personen symbolisierten das Besondere des Festaktes.
Erstmals seit 1991 nämlich standen diejenigen im Mittelpunkt, die über Jahrzehnte das Werden und Wachsen des Areals im Norden der Lessingstadt gestaltet hatten: Die Bediensteten der früheren Offiziershochschule der DDR-Luftstreitkräfte. Und einem von ihnen galt ganz besondere Aufmerksamkeit: Siegmund Jähn, dem ersten Deutschen im Weltraum, der seine fliegerische Ausbildung in Kamenz absolviert hatte. Ihm wurde mit der Wiederaufstellung der 1990 abgebauten Büste im Foyer des Statistischen Landesamtes eine ganz besondere Ehre zuteil. "Das damalige Schwarz-Weiß weicht langsam einer differenzierten Betrachtung der DDR-Geschichte, ohne in Ostalgie auszuarten", fand wiederum Roland Dantz die richtigen Worte zur Einordnung dieses Ereignisses.
Für den mittlerweile 71-jährigen Siegmund Jähn war die Enthüllung der Skulptur in mehrerer Hinsicht ein bewegender Moment: Zum einen als späte Ehrung seiner Lebensleistung, die in Kamenz ihren Anfang genommen hatte; zum anderen aber auch im Gedenken an seine damaligen Weggefährten, von denen nur noch ein Teil am Leben ist.
"Wir haben ebenso wie die Kameraden in der BRD in Ehren gedient und zum Erhalt des Friedens beigetragen", erklärte der Generalmajor a.D. in seinen Dankesworten. "Es wäre schlimm gewesen, wenn wir uns als Deutsche gegenseitig hätten vom Himmel schießen müssen." Angesichts der Ehrung für den prominentesten Absolventen der Offiziershochschule trat der eigentliche Festanlass - die abgeschlossene Umwandlung zum Behördenzentrum - ein wenig in den Hintergrund. Doch gab es auch hier eine Menge zu würdigen: "Seit 1991 hat der Freistaat Sachsen 30 Millionen Euro in dieses Areal investiert", so Ministerpräsident Georg Milbradt. Kamenz, so versicherte er, solle auch in Zukunft ein bedeutender Behördenstandort bleiben. Landrätin Petra Kockert verwies auf die durch den Ausbau des Verwaltungszentrums geschaffenen zeitgemäßen Bedingungen, die auch dem Landratsamt zugute kämen. Bürgermeister Roland Dantz wies darauf hin, was Kamenz dem früheren Armeestandort alles verdanke - neben dem Flugplatz, der Schwimmhalle und dem Stadion der Jugend auch einen "intellektuellen Schub".
Und Generalmajor a.D. Hans Süß, langjähriger Kommandant der Offiziershochschule, strich Balsam auf gebeutelte Kamenzer Seelen: "Bei uns war Kamenz das Zentrum und Bautzen nur ein untergeordneter Standort."